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Leibarzt des US-Präsidenten«Die nächsten 48 Stunden werden entscheidend sein»

Trotz «erheblicher Fortschritte» gibt es für den Gesundheitszustand des US-Präsidenten Donald Trump noch keine Entwarnung.

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30. Oktober
30. Oktober

Im US-Bundesstaat Texas haben per Briefwahl und vorzeitiger Abstimmung in Wahllokalen bereits mehr Menschen gewählt als bei der Präsidentenwahl 2016. Amtliche Daten zeigten, dass bereits mehr als neun Millionen Wähler ihre Stimme abgegeben hatten.

REUTERS
29. Oktober
29. Oktober

Bei einem Fernduell in Florida hat Joe Biden den US-Präsidenten scharf angegriffen. Dessen Grossveranstaltungen seien «Superspreader-Events», bei denen Donald Trump nicht nur Viren, sondern auch Zwietracht im Land verteile.

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29. Oktober
29. Oktober

Der US-Einzelhandelsriese Walmart hat vor der Präsidentenwahl aus Angst vor Unruhen Waffen und Munition aus den Regalen seiner Geschäfte in den USA geräumt.

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Darum gehts

  • US-Präsident Donald Trump ist seit Freitag in einem Militärspital, wo er wegen seiner Corona-Infektion behandelt wird.
  • Der Präsident sei noch nicht über den Berg, für seinen Gesundheitszustand gebe es noch keine Entwarnung.
  • «Unser Team bleibt vorsichtig optimistisch», erklärte sein Leibarzt Sean Conley.

Der Leibarzt von Donald Trump gibt keine Entwarnung für den Gesundheitszustand des US-Präsidenten trotz «erheblicher» Fortschritte seit der Corona-Diagnose. «Während er noch nicht über den Berg ist, bleibt das Team vorsichtig optimistisch», erklärte der Arzt Sean Conley in einem in der Nacht zum Sonntag veröffentlichten Update. Trump gehe es weiterhin gut, er habe kein Fieber und brauche keinen zusätzlichen Sauerstoff. Er habe am Samstag gearbeitet und sich ohne Schwierigkeiten in seinem Quartier im Krankenhaus bewegt.

Trump selbst verwies darauf, dass die nächsten Tage über den Krankheitsverlauf entscheiden würden. «Ich fange an, mich wieder gut zu fühlen», sagte er in einer neuen Videobotschaft aus dem Krankenhaus am Samstag. Man wisse aber nicht, wie es in den kommenden Tagen laufen werde. Dann komme «die wahre Prüfung» – «wir werden sehen, was passiert». Zugleich gab sich der Präsident zuversichtlich: «Ich denke, ich werde bald zurück sein.»

Trumps Stabschef Mark Meadows bestätigte unterdessen, dass die Coronavirus-Infektion bei Trump einen schwereren Verlauf genommen hatte als zunächst dargestellt. «Gestern waren wir wirklich besorgt», sagte Meadows am Samstagabend im TV-Sender Fox News. «Er hatte Fieber, die Sauerstoffsättigung seines Bluts war rapide gefallen.»

Sauerstoff am Freitag

Nach Medienberichten wurde Trump am Freitag in Weissen Haus zusätzlicher Sauerstoff zugeführt, bevor er in die Walter-Reed-Klinik in einem Vorort Washingtons geflogen wurde. Das Weisse Haus hatte am Freitag noch betont, dass Trump nur leichte Erkrankungssymptome habe und nur als Vorsichtsmassnahme in die Klinik gebracht worden sei. Trump wurde nach Angaben des Weissen Hauses am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet.

Der Samstag war geprägt von Verwirrung über den Gesundheitszustand des Präsidenten. Erst zeichneten Conley und sein Ärzteteam ein positives Bild. Aber nur wenige Minuten später hiess es unter Berufung auf eine informierte Person: «Wir befinden uns noch immer nicht auf einem klaren Weg zu einer vollständigen Genesung.» Die nächsten 48 Stunden seien entscheidend. Die zunächst anonyme Quelle war laut Medienberichten Stabschef Meadows.

In der Nacht zum Sonntag teilte Conley mit, die Sauerstoffsättigung von Trumps Blut habe zuletzt bei 96 bis 98 Prozent gelegen. Das ist ein wichtiger Wert: Wenn Covid-19 die Lunge angreift, wird der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt.

Zustand beobachten

Trump habe auch ohne Komplikationen eine zweite Dosis des Medikaments Remdesivir erhalten. Es hemmt ein Enzym der Viren, das für deren Vermehrung nötig ist. Der Arzt hatte zuvor eine fünftägige Behandlung Trumps mit Remdesivir in Aussicht gestellt. Am Sonntag werde man seinen Zustand beobachten und ihn bei der Ausübung seiner Amtspflichten unterstützen, erklärte Conley.

«Als ich hierher kam, fühlte ich mich nicht so gut. Jetzt fühle ich mich viel besser», sagte Trump in dem am Samstagabend veröffentlichten Video. Seine Stimme klang etwas belegt und er wirkte leicht kurzatmig. «Ich muss zurückkommen, weil wir immer noch Amerika wieder gross machen müssen», sagte der Präsident in Anspielung auf sein Wahlkampf-Motto. «Ich denke, ich werde bald zurück sein.»

Zugleich verteidigte Trump seine Vorgehensweise in den vergangenen Monaten, in denen er viele öffentliche Auftritte und Wahlkampfreisen absolvierte – und dabei oft auf Vorsichtsmassnahmen wie das Tragen einer Maske verzichtete. «Ich hatte keine Wahl, ich konnte nicht einfach nur im Weissen Haus bleiben», sagte er. «Als Anführer muss man Probleme angehen.» Mit Blick auf die US-Präsidentenwahl am 3. November sagte Trump, er wolle «den Wahlkampf so abschliessen, wie er begonnen hat».

Kinder und Vize sollen übernehmen

Solange Trump als Wahlkämpfer ausfällt, sollen seine Kinder und Vizepräsident Mike Pence für ihn einspringen. Trumps Wahlkampfteam rief dafür am Wochenende die «Operation MAGA» aus – in Anlehnung an das Motto «Make America Great Again», mit dem es Trump vor vier Jahren ins Weisse Haus geschafft hatte. Er war zuletzt mehrmals pro Woche zu Events in verschiedenen Städten geflogen.

Pence soll nun am 8. Oktober einen ersten Wahlkampfauftritt für Trump in Peoria im Bundesstaat Arizona absolvieren. Für den Tag davor ist seine TV-Debatte mit der demokratischen Vize-Kandidatin Kamala Harris in Salt Lake City angesetzt. Neben Pence sollen unter anderem auch Trumps Kinder Donald Trump Jr. und Eric Trump zu Wahlkampf-Events reisen.

(SDA/chk)

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