Aktualisiert 12.12.2019 21:22

Jagdtour in der MongoleiTrump Jr. erlegt ein vom Aussterben bedrohtes Tier

Das Argali-Wildschaf ist vom Aussterben bedroht, es gibt nur noch ganz wenige Exemplare. Nach einem Besuch von Donald Trump Jr. in die Mongolei hat es eins weniger.

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Donald Trump Jr., der älteste Sohn des US-Präsidenten, reiste im August 2019 in die Mongolei.

Donald Trump Jr., der älteste Sohn des US-Präsidenten, reiste im August 2019 in die Mongolei.

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Zusammen mit einem seiner Söhne unternahm Trump Jr. eine siebentägige Jagdtour im Westen des Landes.

Zusammen mit einem seiner Söhne unternahm Trump Jr. eine siebentägige Jagdtour im Westen des Landes.

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Dort erlegte er ein vom Aussterben bedrohtes Argali-Wildschaf. Trump Jr. posierte nicht mit dem toten Tier.

Dort erlegte er ein vom Aussterben bedrohtes Argali-Wildschaf. Trump Jr. posierte nicht mit dem toten Tier.

iStock/Belovodchenko

Es gab eine Zeit, da waren Argali-Wildschafe in der ganzen Mongolei zu finden. Heute schätzen Tierschützer den Bestand auf etwa 12'000 Tiere. Die Tiere stehen in der Mongolei unter besonderem Schutz, seit 1953 ist die Jagd auf das Argali offiziell verboten. Trotzdem wurde vergangenen August bei einer Jagdtour im Westen des Landes ein Tier erlegt – vom ältesten Sohn des US-Präsidenten Donald Trump.

Wie das Portal «ProPublica» berichtet, soll Donald Trump Jr. im Sommer in Begleitung eines lokalen Jagdführers eines Nachts einen Argali-Bock ohne Jagdgenehmigung erschossen haben. Er benutzte dafür ein Gewehr mit Laservisier.

Die Regierung der Mongolei erstellte erst nachträglich, am 2. September, eine der insgesamt drei ausgestellten Sondererlaubnisse für den Abschuss eines Argalis in der West-Mongolei. Laut «ProPublica» entscheiden Geld, Beziehungen und Politik darüber, wer eine Abschussgenehmigung für die geschützten Tiere bekommt.

Trump Jr. posiert nicht mit dem erlegten Argali

Nach der Jagd soll Trump Jr. den Jagdführer daran gehindert haben, das Argali zu zerstückeln. Stattdessen wurde der Kadaver auf einem Aluminiumblech abtransportiert, um Fell und Hörner nicht zu beschädigen, erzählte der Führer Khuandyg Akhbas. Trumps Sohn soll zudem ein Hirsch erlegt haben, wofür ebenfalls eine Erlaubnis erforderlich war.

Kurz vor seiner Abreise traf sich Donald Trump Jr. privat mit dem Präsidenten der Mongolei Chaltmaagiin Battulga – offenbar als Gegenleistung für die seltene Abschusslizenz. Khuantai Khafezyn, der Vorsitzende der Region, in der das Tier geschossen wurde, bestätigte das Treffen. Zum Inhalt des Gesprächs ist nichts bekannt.

Die siebentätige Jagdreise in die Mongolei soll Donald Trump Jr. bei einer Auktion der US-Waffenlobby NRA im Jahr 2015 gewonnen haben. Der Präsidentensohn ist für seine Trophäenjagd bekannt. An der Jagdtour im August soll auch Kevin Small teilgenommen haben: Der Unternehmer ist ein grosszügiger Spender der Republikaner. Auf der Instagram-Seite von Shikar Safaris posiert Small mit einem erlegten Argali. Trump Jr. kommentierte das Bild: «Ein unglaubliches Schaf und ein unglaublicher Kerl.» Von ihm selber gibt es keine Fotos auf Insta mit toten Tieren – dafür viele mit lebenden.

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