Aktualisiert 27.04.2018 13:24

Brüllender US-Präsident

Trump lässt bei Fox ordentlich Dampf ab

Der US-Präsident hat in einem Telefoninterview mit «Fox & Friends» regelrecht in den Hörer gebrüllt. Dabei leistete er sich einen groben Patzer im Fall Stormy Daniels.

von
kaf
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Trump donnert während seines Interviews mit «Fox & Friends» eine Aussage nach der anderen ins Telefon.

Trump donnert während seines Interviews mit «Fox & Friends» eine Aussage nach der anderen ins Telefon.

kein Anbieter/Screenshot Fox and Friends
«Ich würde mir und meiner Präsidentschaft ein A+ geben», sagte der Präsident unter anderem.

«Ich würde mir und meiner Präsidentschaft ein A+ geben», sagte der Präsident unter anderem.

Keystone
Im Interview räumte Trump zudem erstmals ein, dass Michael Cohen ihn vor der Wahl im November 2016 gegenüber der Pornodarstellerin Stormy Daniels «vertreten» habe.

Im Interview räumte Trump zudem erstmals ein, dass Michael Cohen ihn vor der Wahl im November 2016 gegenüber der Pornodarstellerin Stormy Daniels «vertreten» habe.

Keystone

Der US-Präsident hat in seiner Lieblingssendung «Fox and Friends» angerufen und dabei buchstäblich kein Blatt vor den Mund genommen. Mit Aussagen wie «Ich würde mir selbst ein A+ geben» und «Schaut, es war sehr, sehr unangenehm mit dem ‹kleinen Raketen-Mann›» (er meint Kim Jong-un) oder über seine Atom-Knöpfe: «Und wie ihr wisst sind meine Knöpfe grösser ...», liess Donald Trump ein paar fassungslose Moderatoren zurück, die kaum zu Wort kamen. Denn der Präsident redete unaufhörlich und schien von Satz für Satz aufzubrausender.

Er wich Fragen aus, betonte einmal mehr seinen überragenden Wahlsieg, schoss gegen Hillary Clinton und sprach darüber, dass er keine Zeit hatte, um für seine Frau ein richtiges Geburtstagsgeschenk zu kaufen. Lediglich für eine Karte und Blumen reichte seine Zeit. Schliesslich bremste ihn Moderator Brian Kilmade aus: «Herr Präsident, Sie haben bestimmt noch eine Million anderer Dinge zu tun», womit Trump freundlich, aber bestimmt aus der Sendung geworfen wurde.

Cohen vertrat Trump im Fall Stormy Daniels

Während seines Monologs leistete sich der US-Präsident aber auch brisante Aussagen, namentlich, als er auf seinen Anwalt Michael Cohen zu sprechen kam. Dieser liegt mit der Pornoschauspielerin Stormy Daniels im Streit um eine vor der Wahl 2016 geschlossene Stillhaltevereinbarung über deren angebliches Sexabenteuer mit Trump. Erstmals räumte Trump ein, dass Cohen ihn vor der Wahl im November 2016 gegenüber Stephanie Cliffords (so der bürgerliche Name von Stormy Daniels) «vertreten» habe.

Zuvor hatte der Präsident jedoch betont, dass er absolut nichts mit der Sache zu tun habe und auch nichts von einer Zahlung über 130'000 Dollar wisse. Diese war erfolgt, um das Stillschweigen Cliffords zu erkaufen. Cohen führt an, das Geld aus eigener Tasche gezahlt zu haben.

Der Anwalt von Stormy Daniels, Michael Avenatti, ist über Trumps Aussagen hocherfreut. Diese seien sehr schädlich für den Präsidenten und er werde sie gegen ihn und Cohen verwenden, sagte Avenatti in der Show «MSNBC's Morning Joe». «Ein weiteres Geschenk des Himmels in diesem Fall. Ich weiss gar nicht wie ich zu diesem Glück komme, aber ich werde es definitiv nutzen.»

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