Weltwirtschaftsforum: Trump lässt sich Davos ganz schön was kosten
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WeltwirtschaftsforumTrump lässt sich Davos ganz schön was kosten

Trumps Tross in der Schweiz wird riesig sein und massiv Geld verschlingen. Allein der Flug der Präsidentenmaschine kostet 3,2 Millionen Dollar.

von
sut
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Wenn US-Präsident Donald Trump Ende Januar 2018 adieu winkt und nach Davos fliegt, wird es für  US-Steuerzahler teuer. (12. Januar 2018)

Wenn US-Präsident Donald Trump Ende Januar 2018 adieu winkt und nach Davos fliegt, wird es für US-Steuerzahler teuer. (12. Januar 2018)

AP/Andrew Harnik
Einen grossen Teil der Kosten verschlingt die Präsidentenmaschine Air Force One. Die umgebaute Boeing 747-200B kostet pro Flugstunde 206'000 Dollar. (8. Januar 2018)

Einen grossen Teil der Kosten verschlingt die Präsidentenmaschine Air Force One. Die umgebaute Boeing 747-200B kostet pro Flugstunde 206'000 Dollar. (8. Januar 2018)

Olivier Douliery / Pool
Zur Präsidentenmaschine lässt sich der US-Präsident mit dem Präsidentenhelikopter Marine One fliegen. (12. Januar 2018)

Zur Präsidentenmaschine lässt sich der US-Präsident mit dem Präsidentenhelikopter Marine One fliegen. (12. Januar 2018)

Chip Somodevilla / Pool

Klotzen, nicht kleckern. Das ist die Devise der Supermacht, wenn sie ihr Staatsoberhaupt auf die Reise schickt. Der Aufwand für Trips amerikanischer Präsidenten stellt alles in den Schatten, was andere Länder für die Reisen ihrer Regierungschefs ausgeben. Das wird bei Donald Trumps Trip ans Weltwirtschaftsforum WEF in Davos Ende Januar nicht anders sein.

Zahlen für die Kosten der kommenden Reise sind nicht verfügbar. Selbst vergangene Präsidententrips in den USA und im Ausland werden in der Regel nicht öffentlich abgerechnet. Informationen zum Aufwand früherer Präsidentenreisen wurden nur in Einzelfällen herausgegeben.

Drei Tage im Inland: 3,6 Millionen Dollar

So erfuhr die Organisation Judicial Watch im Oktober 2016 die Kosten für einen Flug von Präsident Barack Obama von Washington nach Chicago und Palm Beach, Florida. Der Rundflug vom 15. bis 18. Februar 2013 wurde mit 3,6 Millionen Dollar verbucht. Beispiele wie dieses erlauben es, die Grössenordnung der Kosten für die Davos-Reise abzuschätzen.

Drei Komponenten bestimmen die Kosten: das Flugzeug, die Grösse des Begleitpersonals und die Sicherheitsmassnahmen. Alle drei Faktoren sind bei Amerikas Präsidenten extrem:

Präsidentenmaschine: Trump wird in der Air Force One fliegen, einer umgebauten Boeing 747-200B, die 70 Passagieren Raum bietet. Eine Flugstunde der immer in doppelter Ausführung eingesetzten Maschine kostete 2014 nicht weniger als 206'000 Dollar. Zur Davos-Reise trägt daher die Air Force One allein 3,2 Millionen Dollar bei.

Weitere Flugzeuge: Die acht ebenfalls nach Davos bestellten Minister fliegen in separaten Flugzeugen, deren Kosten pro Flugstunde allerdings wesentlich geringer sind. Hinzu kommen zahlreiche Transportflugzeuge. Fahrzeuge für den Präsidenten und seinen Tross werden in Lockheed-C-5-Galaxy-Grossfrachtern verschifft. Anderes Material und das Sicherheitspersonal werden in kleineren Boeing-C-17-Globemaster transportiert. Für den Transport zwischen Flughafen und Davos werden wahrscheinlich drei Helikopter eingesetzt.

Sicherheitspersonal: Auf internationalen Reisen lassen sich US-Präsidenten von einer kleinen Privatarmee schützen. Sie besteht aus Leibwächtern des Secret Service und Angehörigen der Streitkräfte. Beim letzten WEF-Besuch eines amerikanischen Präsidenten begleiteten Bill Clinton im Jahr 2000 insgesamt 1500 Leute. Sie alle brauchten Unterkunft und Verpflegung. Trump wird kaum mit weniger Personal auskommen.

Bis 40 Millionen Dollar

Da zu wenige Details bekannt sind, lassen sich die Kosten von Trumps Davosreise nicht aus einzelnen Komponenten zusammenzählen. Hilfreich sind Vergleiche. So kostete die teuerste Reise Bill Clintons etwa 40 Millionen Dollar. Der Aufwand für Trumps einwöchige Reise nach Saudiarabien, Israel und Europa im Mai letzten Jahres dürfte nach Schätzungen zwischen 70 und 120 Millionen Dollar betragen haben.

Trumps kommende Reise nach Davos ist mit etwa drei Tagen weniger als halb so lang und hat nur eine Destination. Grob geschätzt wird sie zwischen zehn und 40 Millionen Dollar kosten.

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