Aktualisiert 27.06.2020 01:34

Nach Sturz von Statuen

Trump sagt Golf-Wochenende wegen «Anarchisten» ab

Der US-Präsident will in Washington bleiben und sicherstellen, dass «Recht und Ordnung» durchgesetzt werden. Trump unterzeichnete zudem eine Verfügung, um Denkmäler zu schützen.

1 / 8
Will in Washington bleiben, um sicherzustellen, dass «Recht und Ordnung» durchgesetzt würden: US-Präsident Donald Trump.

Will in Washington bleiben, um sicherzustellen, dass «Recht und Ordnung» durchgesetzt würden: US-Präsident Donald Trump.

KEYSTONE
Zudem droht Trump Demonstranten mit schwerwiegenden Konsequenzen.

Zudem droht Trump Demonstranten mit schwerwiegenden Konsequenzen.

Keystone/Morry Gash
Die Statue von Präsident Andrew Jackson vor dem Weissen Haus wird bewacht.

Die Statue von Präsident Andrew Jackson vor dem Weissen Haus wird bewacht.

Keystone/Jim Lo Scalzo

Darum gehts

  • Donald Trump hat ein geplantes Golf-Wochenende in seinem Club in New Jersey abgesagt.
  • Er bleibe in Washington, um sicherzustellen, dass «Recht und Ordnung» durchgesetzt würden, schrieb er.
  • Trump unterzeichnete ausserdem eine Verfügung, um Denkmäler zu schützen.

Nach dem Sturz zahlreicher Statuen bei Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA hat US-Präsident Donald Trump sein geplantes Golf-Wochenende in seinem Club in New Jersey abgesagt. Er bleibe in Washington, um sicherzustellen, dass «Recht und Ordnung» durchgesetzt würden, schrieb Trump am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter. Die «Brandschatzer, Anarchisten und Plünderer» seien zwar weitgehend gestoppt worden. Er werde aber dafür sorgen, dass notwendige Sicherheitsmassnahmen ergriffen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.

Trump unterzeichnete nach Angaben des Weissen Hauses am Freitag eine Verfügung, um Denkmäler in Bundeseigentum zu schützen. Er drohte bei Verstössen mit «langen Gefängnisstrafen». Unklar blieb zunächst, was die Verfügung an der Rechtslage ändern. Schon jetzt kann die Beschädigung von Regierungseigentum mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden. Seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis vor gut einem Monat kommt es landesweit zu Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt.

Dabei wurden auch zahlreiche Statuen historischer Figuren in den USA gestürzt, die in Verbindung mit Rassismus gebracht werden. Trump verglich den Sturz von Statuen bereits in einem am Donnerstagabend (Ortszeit) im Sender Fox News ausgestrahlten Interview mit Terrorismus. Er drohte Demonstranten, die versuchten, Statuen zu Fall zu bringen, mit «Vergeltung». Diese Demonstranten seien Vandalen und Anstifter – in Wahrheit aber «in gewisser Weise Terroristen».

Nationalgarde mobilisiert

In Washington waren Demonstranten am Montag bei dem Versuch gescheitert, eine Statue des siebten Präsidenten Andrew Jackson zu stürzen. Trump mobilisierte daraufhin die Nationalgarde, um Denkmäler in der Hauptstadt zu schützen. Seit Beginn der Proteste infolge von Floyds Tod porträtiert sich Trump als Präsident, der Recht und Ordnung durchsetzt. Ihm wird vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und zu wenig Verständnis für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu zeigen.

Vor der Präsidentschaftswahl im November ist Trump ausserdem unter Druck wegen der wieder stark ansteigenden Corona-Infektionszahlen in den USA geraten. Mit fast 40 000 gemeldeten Fällen hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA am Donnerstag nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität einen neuen Höchststand erreicht. Trump spielte die steigenden Fallzahlen schon vor Bekanntwerden des Rekords herunter. «Wenn wir nicht testen würden, hätten wir keine Fälle», sagte der Präsident dem Sender Fox News.

(SDA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.