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«Er hat einen sch*** Trotzanfall»Trump soll sich weigern, Biden im Weissen Haus willkommen zu heissen

Noch ein Monat, dann findet am 20. Januar in Washington der Inauguration Day statt. Doch wird sich Donald Trump, der sich fälschlicherweise weiterhin als Sieger sieht, an jenem Tag überhaupt blicken lassen? Im Weissen Haus befürchtet man das «historisch fast Undenkbare».

von
Ann Guenter
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Der Tag der Amtsübergabe sei ein heikles Thema im Weissen Haus, berichten US-Medien. 

Der Tag der Amtsübergabe sei ein heikles Thema im Weissen Haus, berichten US-Medien.

AFP
Am 20. Januar wird Wahlsieger Joe Biden zum 46. Präsidenten der USA vereidigt. 

Am 20. Januar wird Wahlsieger Joe Biden zum 46. Präsidenten der USA vereidigt.

REUTERS
Offenbar soll Trump während «Trotzanfällen» erklären, seinen Nachfolger am Inauguration Day nicht im Weissen Haus willkommen heissen zu wollen. 

Offenbar soll Trump während «Trotzanfällen» erklären, seinen Nachfolger am Inauguration Day nicht im Weissen Haus willkommen heissen zu wollen.

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Sollte Joe Biden vom Wahlkollegium zum neuen US-Präsidenten gewählt werden, werde er das Weisse Haus verlassen: «Sicher werde ich das tun. Und Sie wissen das», sagte Donald Trump auf eine entsprechende Reporterfrage vor drei Wochen. Doch nach wie vor anerkennt Trump seine Niederlage nicht – er soll sich hinter den Kulissen zeitweise sogar weigern, das Weisse Haus am Tag der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten zu verlassen, wie es aus Washington heisst.

Auch wenn diese Drohung einige im Weissen Haus verunsichert habe, werde nicht ernsthaft damit gerechnet, dass es am 20. Januar zu einem solchen Skandal kommen werde, schreibt CNN. «Er hat einen sch*** Trotzanfall», sagte eine Quelle aus dem Weissen Haus über Trump. «Aber er wird schon gehen. Er schlägt einfach wild um sich.»

«Trump wird nicht teilnehmen»

Der Tag der Amtseinführung Bidens soll ein derart heikles Thema sein, dass man es im Weissen Haus tunlichst nicht anspreche. «In den letzten Tagen hat er den Mitarbeitern deutlich gemacht, dass er keine Diskussion darüber wünsche, ob er Bidens Vereidigung beiwohnen werde oder nicht», so CNN unter Berufung mehrerer White-House-Quellen. Mittlerweile hat sich demnach unter den Beratern die Überzeugung breitgemacht, dass Trump sich tatsächlich weigern wird, den Feierlichkeiten beizuwohnen. «Er wird nicht teilnehmen», wird einer von ihnen zitiert.

Auch das Politnachrichtenportal «The Hill» stellt in Aussicht, dass Trump am 20. Januar – statt den Wahlsieger im Weissen Haus willkommen zu heissen und ihm zu dessen Vereidigung zu gratulieren – eine Gegenveranstaltung zum Inauguration Day in Washington organisieren werde: Es gebe Hinweise darauf, dass «er an jenem Morgen noch einmal die Air Force One Richtung Florida nehmen wird, wo er eine MAGA-Rally halten und seine Kandidatur für 2024 bekannt geben wird».

In Trumps Logik eine folgerichtige Entscheidung

Die Tradition will es, dass der scheidende Präsident seinen Nachfolger erst im Weissen Haus zum Tee empfängt, später dessen Vereidigung beiwohnt und so die friedliche Machtübergabe zelebriert. Ein No-show am Tag der Amtsübernahme – das gab es in den USA das letzte Mal vor über 150 Jahren. Entsprechend sei es «historisch fast undenkbar», dass man sich heute frage, ob Trump überhaupt teilnehmen werde, schreibt «The Hill».

Sollte sich der abgewählte Präsident am 20. Januar nicht mit seinem Nachfolger blicken lassen, dürfte Trump der damit einhergehende Skandal egal sein – und ihm wohl sogar gelegen kommen. Denn solange er seine Wahlniederlange nicht akzeptiert, ist ein Fernbleiben am Inauguration Day in der Logik Trumps und seiner Anhänger eine nur folgerichtige Entscheidung.

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