Protest gegen WEF-Besuch: «Trump, stay out of Davos!»
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Protest gegen WEF-Besuch«Trump, stay out of Davos!»

Mit einer Petition wollen Aktivisten und Politiker den US-Präsidenten von der Schweiz fernhalten. Sie planen eine Protestaktion am Flughafen.

von
sil
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Dass US-Präsident Donald Trump ankündigte, am WEF in Davos teilzunehmen, ruft Proteste auf den Plan.

Dass US-Präsident Donald Trump ankündigte, am WEF in Davos teilzunehmen, ruft Proteste auf den Plan.

epa/Shawn Thew
Andreas Freimüller, Präsident von Campax, will Trump zeigen, dass er nicht willkommen ist: «Wir wollen so viele Unterschriften wie möglich haben. So kann unsere Stimme auch auf der anderen Seite des Atlantiks gehört werden.»

Andreas Freimüller, Präsident von Campax, will Trump zeigen, dass er nicht willkommen ist: «Wir wollen so viele Unterschriften wie möglich haben. So kann unsere Stimme auch auf der anderen Seite des Atlantiks gehört werden.»

zvg / campax.org
Im Januar vor einem Jahr sammelte Compax bereits Unterschriften gegen einen möglichen Staatsbesuch in der Schweiz von Donald Trump. Damals seien mehr als 10'000 Unterschriften zusammengekommen.

Im Januar vor einem Jahr sammelte Compax bereits Unterschriften gegen einen möglichen Staatsbesuch in der Schweiz von Donald Trump. Damals seien mehr als 10'000 Unterschriften zusammengekommen.

epa/Abir Sultan

«Trump not welcome – stay out of Davos.» Unter diesem Titel werden auf der Kampagnenplattform Campax Unterschriften gesammelt. Denn dass der US-Präsident Donald Trump für das World Economic Forum nach Davos kommt, gehe nicht.

Am Mittwochmorgen startete die Unterschriftensammlung. Mehr als 2800 Unterschriften gingen bisher ein. «Wir wollen so viele Unterschriften wie möglich haben. So kann unsere Stimme auch auf der anderen Seite des Atlantiks gehört werden», sagt Andreas Freimüller, Präsident von Campax. Ideal wäre es, wenn Trump die Reise doch nicht antreten würde.

Am Flughafen auf Trump warten

Im Januar vor einem Jahr sammelte Campax bereits Unterschriften gegen einen möglichen Staatsbesuch in der Schweiz von Donald Trump. Damals seien mehr als 10'000 zusammengekommen. «Der Fakt, dass Trump nun wirklich in die Schweiz kommen will, wird hoffentlich noch viele mehr dazu bringen, sich gegen den Besuch des US-Präsidenten auszusprechen», sagt Freimüller.

Man werde es aber nicht nur bei der Petition belassen: «Es ist noch nichts Konkretes geplant, aber ich kann es mir gut vorstellen, dass viele der Personen, die unterschrieben haben, am Flughafen sein werden, wenn Trump ankommt», so Freimüller. Dort könnte man ihm erneut zeigen: «Er ist nicht willkommen.»

Balthasar Glättli, Grünen-Nationalrat, spricht sich auf Twitter für den Online-Protest aus:

Glättli sagt auf Anfrage: «Donald Trump steht beispielhaft für alles, was die Welt nicht braucht. Darum ist es wichtig, ein Signal gegen ihn zu setzen.» Er kann sich ebenfalls vorstellen, am Flughafen auf Trump zu warten. Er gehe zwar davon aus, dass es zu keiner Interaktion mit dem Präsidenten komme – «die Sicherheitsmassnahmen werden enorm sein». Doch die Botschaft werde bei Trump ankommen: «Seine Lieblingstätigkeit ist ja nicht Regieren, sondern Fernsehschauen. Und ein solcher Protest am Flughafen würde weltweit zu sehen sein.»

Bundesregierung soll Trump nicht willkommen heissen

Aktionen am Flughafen oder gar in Davos überlegen sich auch die Jungsozialisten. «Wir werden garantiert nicht schweigend zuschauen, wie Trump in die Schweiz marschiert», sagt Juso-Präsidentin Tamara Funiciello. Die Juso werde sich nun organisieren und verschiedene Aktionen planen. Funiciello: «Wir nehmen auch die Bundesregierung in die Pflicht. Sie soll Massnahmen ergreifen und zeigen, dass Trump nicht willkommen ist in der Schweiz.»

Die Juso Schweiz hat mittlerweile eine eigene Protestaktion gestartet: Auf der Plattform actionsprout.io haben über 200 Personen einen Brief mit der Botschaft «Donald Trump, #youarenotwelcome» unterschrieben. Die Juso schreibt dazu: «In der Schweiz gilt: We don't grab by the pussy – und brauchen keine orangen Knallköpfe.» Mehr als 300 Personen unterschrieben den Brief bis jetzt.

Einen «Nicht-Willkommens-Gruss an Donald Trump» kann man auf der Plattform der Protestaktion der SP Schweiz unterzeichnen. Die Partei schreibt: «Sexismus, Fremdenfeindlichkeit und Leugnung des Klimawandels sind in der Schweiz nicht willkommen.» Bisher haben mehr als 800 Personen ihre Unterschrift dafür gegeben.

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