TV-Interview: Trump stellt seine Geheimdienste bloss
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TV-InterviewTrump stellt seine Geheimdienste bloss

Bisher informierte der CIA den US-Präsidenten täglich über die aktuelle Lage. Donald Trump möchte nur noch «wichtige Entwicklungen» erfahren.

von
chi
«Ich bin eine kluge Person»: Donald Trump mit Angehörigen der US-Navy in Baltimore. (10. Dezember 2016)

«Ich bin eine kluge Person»: Donald Trump mit Angehörigen der US-Navy in Baltimore. (10. Dezember 2016)

Andrew Harnik/AP

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat kein Interesse an täglichen Lagemitteilungen der Geheimdienste. «Ich werde sie bekommen, wenn ich sie brauche» sagte er am Sonntag in einem Interview des US-Fernsehsenders Fox News. Per Twitter wies er zudem CIA-Einschätzung über russische Versuche als «lächerlich» zurück, mit Hackern zu seinen Gunsten Einfluss auf den Wahlausgang zu nehmen.

Beides lief auf eine noch nie da gewesene öffentliche Zurechtweisung des riesigen Geheimdienstapparats der USA hinaus. Die täglichen Geheimdienst-Briefings des Präsidenten finden bisher unter strengster Geheimhaltung statt. Trump erklärte nun, er wolle es der Entscheidung seiner Unterrichter überlassen, ob eine Entwicklung wichtig genug sei, um ihn darüber zu informieren. «Ich bin eine kluge Person», erklärte er. «Man muss mir nicht jeden Tag dieselbe Sache in denselben Worten die nächsten acht Jahre vortragen.»

John McCain beauftragt Trump-Kritiker

Die CIA-Einschätzung über russische Hacker im Präsidentenwahlkampf alarmierte gleichwohl ranghohe Kongressmitglieder. Der republikanische Vorsitzende des Streitkräfteausschusses des Senats, John McCain, kündigte eine Untersuchung an. Damit wolle er Senator Lindsay Graham, einen entschiedenen Trump-Kritiker, beauftragen.

Trumps künftiger Stabschef im Weissen Haus, Reince Priebus, wischte dagegen ebenfalls den Verdacht russischer Einflussnahmen auf die Wahl zurück. «DieRussen haben (Hillary) Clinton nicht gesagt, sie solle Wisconsin und Michigan ignorieren», sagte er dem Fernsehsender ABC. Trump gewann gegen die Vorhersagen diese beiden Staaten. «Trumps Sieg hatte nichts mit den Russen zu tun», sagte Priebus. (chi/sda)

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