Clinton-Bashing: Trump stolpert über Davidstern-Tweet
Aktualisiert

Clinton-BashingTrump stolpert über Davidstern-Tweet

Donald Trumps jüngste Hetze gegen Konkurrentin Hillary Clinton schadet eher ihm selber. Der Republikaner sieht sich Antisemitismus-Vorwürfen ausgesetzt.

von
mlr
1 / 7
Donald Trumps Tweet über Hillary Clinton hat im Netz einen Shitstorm ausgelöst. Der Grund: der rote Stern, der sehr an einen Davidstern erinnert, und die Geldscheine im Hintergrund. Später passte er den Eintrag an und ersetzte den Stern durch einen Kreis.

Donald Trumps Tweet über Hillary Clinton hat im Netz einen Shitstorm ausgelöst. Der Grund: der rote Stern, der sehr an einen Davidstern erinnert, und die Geldscheine im Hintergrund. Später passte er den Eintrag an und ersetzte den Stern durch einen Kreis.

Screenshot Twitter
Die Demokratin Hillary Clinton geht derweil aber auch nicht zimperlich mit ihrem republikanischen Konkurrenten um. «Wir werden den Zeiger des Fortschritts nicht zurückdrehen», schreibt sie am 2. Juni 2016 und bezieht sich auf Trumps Wahl-Slogan «Make America great again». Dieser sei eine Chiffre für einen Rückschritt in die Zeit, als noch nicht alle Menschen miteinbezogen wurden.

Die Demokratin Hillary Clinton geht derweil aber auch nicht zimperlich mit ihrem republikanischen Konkurrenten um. «Wir werden den Zeiger des Fortschritts nicht zurückdrehen», schreibt sie am 2. Juni 2016 und bezieht sich auf Trumps Wahl-Slogan «Make America great again». Dieser sei eine Chiffre für einen Rückschritt in die Zeit, als noch nicht alle Menschen miteinbezogen wurden.

Screenshot Twitter
Wenige Stunden zuvor twittert Clinton ebenfalls gegen Trump: «Genauso wie Trump seinen Finger nicht auf dem Atomknopf haben sollte, sollte er sich nicht in unsere Wirtschaft einmischen.»

Wenige Stunden zuvor twittert Clinton ebenfalls gegen Trump: «Genauso wie Trump seinen Finger nicht auf dem Atomknopf haben sollte, sollte er sich nicht in unsere Wirtschaft einmischen.»

Screenshot Twitter

Eigentlich wollte Donald Trump die E-Mail-Affäre um Hillary Clinton zu seinen Gunsten nutzen. Die voraussichtliche demokratische Präsidentschaftskandidatin wurde vom FBI befragt – ein gefundenes Fressen für ihren republikanischen Konkurrenten. Doch Trumps Clinton-Bashing auf Twitter ging gründlich nach hinten los.

Er publizierte am Samstag einen Tweet, in dem er Clinton als «korrupteste Kandidatin aller Zeiten» bezeichnet. Doch damit nicht genug: Der Warnhinweis prangte auf den Umrissen eines roten Davidsterns, der neben ein Porträtfoto Clintons montiert wurde. Den Hintergrund der Montage bildeten Geldscheine. Verknüpft war der Tweet mit einer Fox-Umfrage, nach der 58 Prozent der Befragten Clinton für korrupt halten.

Aus dem Stern wird ein Kreis

Nach einem Sturm der Empörung in den sozialen Medien änderte Trump seinen Tweet: Aus dem Davidstern wurde ein roter Kreis. Dennoch kursiert der ursprüngliche Tweet weiter im Netz und wird fleissig geteilt.

Kritiker warfen Trump die stereotype Verknüpfung von Geld und Juden und Antisemitismus vor. Auf wie viel Interesse das Thema bei US-Bürgern stösst, lässt sich laut «Washington Post» an der Google-Suche ablesen. Die Zahl der Suchanfragen für den Begriff «Star of David» schoss rasant in die Höhe – und zwar in Verbindung mit Donald Trump.

«Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Trump den Davidstern absichtlich benutzt hat», schreibt die Zeitung. «Aber der Fehler kam zu einer Zeit, in der die politische Welt für einmal nur über Hillary Clintons Probleme gesprochen hätte – oops.»

Ende der Affäre?

Trumps Grund für den Tweet, Clintons Befragung durch das FBI, markiert gemäss US-Medien eher das Ende der E-Mail-Affäre. Laut Wahlkampfsprecher Nick Merrill dauerte das freiwillige Gespräch mit den Bundesagenten am Samstag dreieinhalb Stunden.

Sie habe sich gefreut, die Möglichkeit zu bekommen, die Behörde dabei zu unterstützen, die Überprüfung zu einem Abschluss zu bringen, sagte Clinton in einem Interview für die NBC-Sendung «Meet the Press». Die Befragung kam nicht unerwartet. Rechtsexperten halten eine Strafverfolgung Clintons im Zusammenhang mit dem E-Mail-Server für unwahrscheinlich.

Zu Kritik führte vor wenigen Tagen allerdings ein Treffen von Clintons Ehemann Bill mit Justizministerin Loretta Lynch. Die Ministerin bedauerte später, den Ex-Präsidenten auf einem Flughafen in Phoenix getroffen zu haben – auch wenn ihren Angaben zufolge gar nicht über die E-Mail-Affäre gesprochen worden sei.

In ihrer Zeit als US-Aussenministerin hatte Clinton anstatt eines Systems des State Departments einen privaten Server für offizielle und persönliche E-Mails benutzt. Die Nachrichtenagentur AP enthüllte die Existenz des Servers im März 2015. Clinton gab zu, dass es falsch gewesen sei, auf einen privaten Server zu vertrauen. Andere Aussenminister hätten aber ebenfalls persönliche E-Mail-Adressen genutzt. (mlr/sda)

Deine Meinung