Erste TV-Debatte: Trump und Clinton wechseln in Terror-Modus
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Erste TV-DebatteTrump und Clinton wechseln in Terror-Modus

Die Anschläge vom Wochenende krempeln den US-Wahlkampf thematisch um. Aber ob Gesundheit oder Terror, die Themenhoheit liegt bei Donald Trump.

von
ofi
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Donald Trump bereitet das Feld für die kommende TV-Debatte gegen seine Konkurrentin Hillary Clinton vor und feuert bereits scharfe Attacken in ihre Richtung.

Donald Trump bereitet das Feld für die kommende TV-Debatte gegen seine Konkurrentin Hillary Clinton vor und feuert bereits scharfe Attacken in ihre Richtung.

AP/Evan Vucci
Clinton fokussiert sich ebenfalls auf ihren Widersacher.

Clinton fokussiert sich ebenfalls auf ihren Widersacher.

AFP/Brendan Smialowski
Die Terroranschläge von Samstag, 17. September, sind ins Zentrum der Auseinandersetzung zwischen Trump und Clinton gerückt. Egal ob New York ...

Die Terroranschläge von Samstag, 17. September, sind ins Zentrum der Auseinandersetzung zwischen Trump und Clinton gerückt. Egal ob New York ...

Stephanie Keith

Am kommenden Montag findet die erste TV-Debatte zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton statt. Bis letzten Samstag schien die Debatte auf Clintons Gesundheit und Trumps Steuerauszüge hinauszulaufen. Seit den Anschlägen in Minnesota, New Jersey und New York rechnen die US-Medien mit einer Debatte rund um die Themen der nationalen Sicherheit, Terrorbekämpfung und Sicherheitspolitik. Darauf lassen auch verschiedene Statements von Trump und Clinton in den Tagen nach den Anschlägen schliessen.

Während sich Clinton auf Twitter zunächst auf Beileidsbekundungen und eine Verurteilung der Angriffe beschränkte, nutzte Trump seinen liebsten Kanal für Attacken auf Barack Obama und Hillary Clinton: «Unter der Führung von Obama und Clinton haben Amerikaner mehr Attentate zu Hause erlebt als Siege im Ausland. Es ist Zeit, den Spielverlauf zu ändern.» Später legte er nach: «Hillary Clintons Schwäche als Aussenministerin hat Terroristen auf der ganzen Welt gestärkt.»

Clinton spricht Trump Eignung für Präsidentenamt ab

Clinton konterte die direkten Angriffe Trumps zwar, aber ohne seinen Namen zu nennen. «Ich bin die einzige Kandidatin im Rennen, die weiss, wie man die harten Entscheidungen trifft, um Terroristen auszuschalten», schrieb sie und: «Unser nächster Präsident muss das richtige Naturell haben, um sich unseren Herausforderungen zu stellen.»

Clinton brauchte aber nicht lange, um den Ton gegenüber dem republikanischen Kandidaten deutlich zu verschärfen. In einer TV-Ansprache im Rahmen einer Wahlkampfreise nannte sie ihn einen «Rekrutierungsoffizier für die Terroristen», wie die «New York Times» schreibt. Sie verwies zudem darauf, dass islamische Extremisten explizit Aussagen von Trump nutzen würden, um neue Anhänger zu gewinnen.

«Wir werden sie zur Strecke bringen»

Die Demokratin demonstrierte aber auch Stärke und Entschlossenheit. «Wir werden Jagd auf die Bösen machen, und wir werden sie zur Strecke bringen», sagte sie in ihrer Ansprache. Trump auf der anderen Seite polterte in gewohnter Manier und forderte in einem Interview mit «Fox News» ein gezieltes Profiling von Muslimen an Flughäfen und anderen öffentlichen Orten. Er warnte ausserdem davor, dass «solche Dinge wie in New York im ganzen Land mehr und mehr» geschehen würden.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida liess er sich darüber aus, wie nett und grosszügig der mutmassliche Täter von New York, Ahmad Khan Rahami, nun behandelt werden würde: «Er wird von den besten Ärzten der Welt behandelt, bekommt wahrscheinlich Zimmerservice, und wird dann auch noch von einem hervorragenden Anwalt vertreten», zitiert der «Guardian» Donald Trump. Und zum Schluss sagte er: «Und seine Bestrafung wird nicht sein, was sie früher einmal gewesen wäre. Was für eine traurige Situation.»

Im Hinblick auf die TV-Debatte dürfte Clinton zwar froh darüber sein, dass der Fokus weg von ihrer Gesundheit hin zu einer ihrer Kernkompetenzen, der Sicherheits- und Aussenpolitik, verschoben wurde. Allerdings mutmasst die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», dass ihr im Rededuell mit dem emotionalen Trump ihre Expertise im Weg stehen könnte. Sie drohe zu oberlehrerhaft rüberzukommen, schreibt die «FAZ», derweil die aktuellen Anschläge weitere Munition für Trump bedeuteten.

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