Coronavirus im Weissen Haus: Trump verordnet Maskenpflicht – will aber selbst keine tragen
Aktualisiert

Coronavirus im Weissen HausTrump verordnet Maskenpflicht – will aber selbst keine tragen

Nach dem Bekanntwerden von zwei Corona-Infektionen im Weissen Haus ist das Tragen von Mundschutz für alle Pflicht – mit zwei Ausnahmen: der US-Präsident und sein Vize.

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US-Präsident Trump sprach zu Journalisten am Montag im Rose Garden des Weissen Hauses.

US-Präsident Trump sprach zu Journalisten am Montag im Rose Garden des Weissen Hauses.

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Während er für alle Mitarbeiter des Weissen Hauses Maskenpflicht verordnete, gab er an, selbst keine tragen zu müssen.

Während er für alle Mitarbeiter des Weissen Hauses Maskenpflicht verordnete, gab er an, selbst keine tragen zu müssen.

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«In meinem Fall – ich komme niemandem so nahe», sagte Trump.

«In meinem Fall – ich komme niemandem so nahe», sagte Trump.

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  • US-Präsident Donald Trump ordnete an, dass ab sofort alle Mitarbeiter im Weissen Haus einen Mundschutz tragen.
  • Während einer Pressekonferenz lobte er seine Regierung für den «erfolgreichen Kampf gegen den unsichtbaren Feind».
  • Die US-Seuchenbehörde CDC meldete am Montag 23’792 neue Coronavirus-Fälle.

US-Präsident Donald Trump sieht die jüngsten Fälle von Corona-Infektionen im Weissen Haus nicht als Problem. Gleichzeitig ordnete er aber an, dass die Mitarbeiter der Regierungszentrale nun als Vorsichtsmassnahme Gesichtsmasken tragen müssen. Er selbst und Vizepräsident Mike Pence sollen davon aber ausgenommen sein.

Die Regierung habe die Situation «sehr gut unter Kontrolle», sagte Trump am Montag im Weissen Haus. Die jüngsten Infektionen seien kein Beleg dafür, dass die Sicherheitsvorkehrungen sich nicht bewährt hätten. «Das kann passieren», sagte Trump.

Masken für (fast) alle

Die neue Maskenpflicht gilt für alle öffentlichen Bereiche der Regierungszentrale, jedoch nicht für einzelne Büros, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten. Mitarbeiter des auf dem Gelände liegenden Bürogebäudes sollten Besuche im Weissen Haus soweit möglich vermeiden. Die Massnahmen soll dabei helfen, eine weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus im Weissen Haus zu verhindern.

Trump macht seit Tagen Druck, die Corona-Beschränkungen im ganzen Land wieder zu lockern, damit sich die Wirtschaft erholen kann. Die Infektionen im Weissen Haus zeigen jedoch, wie schwierig eine Rückkehr zu einem Normalbetrieb werden dürfte.

«Ich komme niemandem so nahe»

Trump will selbst keine Maske tragen. «In meinem Fall – ich komme niemandem so nahe», sagte Trump. Es sei daher für ihn nicht nötig, eine Maske zu tragen, sagte der Präsident bei einer Pressekonferenz. Er stand dabei auf einem Podium im Garten des Weissen Hauses in sicherer Entfernung zu Mitarbeitern und Journalisten. Auch bei einer Reise in den Bundesstaat Arizona hatte Trump jüngst auf eine Maske verzichtet.

Bereits im April, als die Gesundheitsbehörde CDC US-Amerikanern das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit empfahl, distanzierte sich Trump sofort davon. Er werde keine Maske tragen, es handle sich um eine freiwillige Massnahme, keine Vorschrift, sagte er.

Trump wird täglich getestet

Der US-Präsident, der Vizepräsident und Top-Mitarbeiter, die direkt mit ihnen in Kontakt kommen, werden inzwischen täglich auf das Coronavirus getestet. Trump erklärte, jeden Tag kämen Hunderte Menschen ins Weisse Haus, bislang habe es aber nur einen Infektionsfall gegeben. Tatsächlich wurden vergangene Woche zwei Mitarbeiter positiv getestet. Trump betonte, drei Mitglieder der Corona-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses hätten sich wegen Kontakts zu der betroffenen Person lediglich vorsorglich in Quarantäne begeben.

Die Regierung hat die Situation sehr gut unter Kontrolle.

Donald Trump

Am Freitag war bekanntgeworden, dass die Sprecherin von US-Vizepräsident Mike Pence, Katie Miller, positiv auf Corona getestet worden war. Drei ranghohe Mitglieder der von Pence geleiteten Corona-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses erklärten daraufhin US-Medien zufolge, dass sie sich vorsichtshalber zu Hause isolieren würden: der Immunologe und Trump-Berater Anthony Fauci, der Chef der US-Gesundheitsbehörde (CDC), Robert Redfield, und der Leiter der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA), Stephen Hahn. Pence selbst will sich trotz der Infektion seiner Sprecherin Medienberichten zufolge nicht in Quarantäne begeben.

Das Virus ist in den USA längst nicht unter Kontrolle

Trump verbrachte einen grossen Teil seiner Pressekonferenz damit, seine Regierung für ihren – seiner Ansicht nach – erfolgreichen Kampf gegen «den unsichtbaren Feind», das neuartige Coronavirus, zu loben. Dabei behauptete er auch, Deutschland und die USA seien weltweit die erfolgreichsten Staaten, wenn man betrachte, wie viele Todesopfer es pro Hunderttausend Einwohner gebe. Darauf sei er am meisten stolz.

Zahlen der Universität Johns Hopkins zufolge trifft das allerdings nicht zu. Die USA haben demnach pro 100’000 Einwohner gut 24 Todesopfer zu beklagen, Deutschland neun. Einige Staaten liegen zudem zwischen den Werten der USA und Deutschlands, zum Beispiel Kanada (13,5) und Portugal (11). Andere Länder wie Österreich, Ungarn, Südkorea und Finnland weisen Johns Hopkins zufolge noch niedrigere Sterblichkeitsraten als Deutschland auf.

Die Coronavirus-Pandemie ist in den USA in vielen Landesteilen längst nicht unter Kontrolle. Das gilt auch für die Hauptstadt Washington und die angrenzenden Bundesstaaten Maryland und Virgina. In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, gibt es der Johns Hopkins zufolge inzwischen 1,35 Millionen bestätigte Corona-Infektionen und 80’000 Todesfälle. Das neuartige Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 verursachen.

(SDA)

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