Nach Post-Terror: Trump wettert gegen die Medien
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Nach Post-TerrorTrump wettert gegen die Medien

Das FBI verhaftete im Rahmen der Ermittlung zum Post-Terror einen 56-jährigen Mann. Trump spricht von einem «Terrorakt» und kritisiert die Medien.

von
fss

In Florida wurde ein 56-Jähriger Republikaner verhaftet. Sein Van wurde abtransportiert. (Video: AP/AFP)

Insgesamt 13 verdächtige Pakete wurden bis Freitagabend an Politiker wie Barack Obama, Hillary Clinton und andere prominente Trump-Kritiker gesendet. Nun gelang dem FBI die erste Festnahme und eine Anklage in fünf Punkten. Dem mutmasslichen Täter drohen bis zu 48 Jahre Haft.

US-Präsident Donald Trump verurteilte die Tat inzwischen als «Terrorakte». Der Täter müsse «mit der ganzen Härte des Gesetzes» bestraft werden, sagte Trump am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat North Carolina. «Politische Gewalt darf in Amerika niemals geduldet werden und ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um sie zu stoppen.»

Den Vorwurf, er könne den Verdächtigen durch seine aggressive Rhetorik zu den Taten motiviert haben, wies Trump derweil zurück. Ihn treffe keine Schuld, auch wenn der Mann offenbar ein Unterstützter seiner Politik sei, sagte der US-Präsident vor seinem Abflug nach North Carolina in Washington.

Schelte gegen die Medien

Zudem kritisierte er die Medien, mit ihrer Berichterstattung über die jüngste Briefbomben-Serie erneut Politik gegen ihn zu betreiben. Damit würden sie die Bevölkerung entzweien. Sie hätten die «finsteren Taten eines Einzelnen» genutzt, um «politische Treffer gegen mich und die Republikanische Partei zu landen», so Trump. Die Menschenmenge reagierte mit Schmährufen gegen den US-Nachrichtensender CNN.

Trump sagte anschliessend weiter: «Die ständige unfaire Berichterstattung der Medien und ihre negativen Angriffe dienen nur dazu, die Menschen zu entzweien und eine gesunde Debatte zu untergraben.»

Festnahme wegen Bombendrohung

Zum Täter kommen zudem immer mehr Details ans Licht. Der als Verdächtiger in der Briefbombenserie in den USA festgenommene Mann ist eingeschriebenes Mitglied der Republikaner und bereits häufiger polizeilich aufgefallen. Bei ihm handelt es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen um den Hauptverdächtigen.

Nach öffentlich zugänglichen Informationen wurde er während der vergangenen Jahre mehrfach festgenommen, unter anderem wegen einer Bombendrohung gegen seinen Stromversorger. Festgenommen wurde er auch wegen Diebstahls und häuslicher Gewalt.

Auf Parkplatz festgenommen

Laut übereinstimmenden US-Medienberichten wurde der Verdächtige auf dem Parkplatz eines Geschäfts für Autoersatzteile in der Stadt Plantation nordwestlich von Miami festgenommen.

Der Verdächtige war offenbar mit einem Lieferwagen unterwegs. Das Fahrzeug wurde von Polizeikräften mit einer blauen Plane zugedeckt und von einem Laster abtransportiert, wie ein AFP-Fotograf beobachtet.

Clinton und Obama im Fadenkreuz

Laut in den Onlinenetzwerken kursierenden Fotos, die von dem Lieferwagen stammen sollen, prangten darauf zahlreiche Aufkleber, die für Trump werben. Auch Bilder von Obama und Clinton im Fadenkreuz wurden von den Behörden entdeckt. Ebenfalls wurde ein Aufkleber mit der Aufschrift «CNN ist zum Kotzen» zu erkennen.

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Bei dem mutmasslichen Täter und Festgenommenen handelt sich um einen 56-Jährigen, der in Florida lebt und Kontakte nach New York hat.

Bei dem mutmasslichen Täter und Festgenommenen handelt sich um einen 56-Jährigen, der in Florida lebt und Kontakte nach New York hat.

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US-Präsident Donald Trump spricht von einem «Terrorakt» und verlangt eine harte Strafe für den Täter.

US-Präsident Donald Trump spricht von einem «Terrorakt» und verlangt eine harte Strafe für den Täter.

AFP/Nicholas Kamm
Die Polizei deckte das Auto mit einer Plane ab.

Die Polizei deckte das Auto mit einer Plane ab.

AFP/Michele eve Sandberg

Sollte sich bestätigen, dass der Tatverdächtige ein leidenschaftlicher Trump-Anhänger ist, könnte dies die politische Stimmung im Land rund anderthalb Wochen vor den Kongresswahlen weiter anheizen.

Trump rief wie schon in den Vortagen seine Landsleute zur Geschlossenheit auf: «Wir müssen der Welt zeigen, dass wir in Frieden, Liebe und Harmonie als amerikanische Bürger vereint sind», sagte er in einer kurzen Ansprache. (fss/sda)

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