Jetzt wirds ernst: Trump will 11 Millionen Illegale ausschaffen

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Jetzt wirds ernstTrump will 11 Millionen Illegale ausschaffen

In seinem ersten Positionspapier geht Donald Trump auf illegale Einwanderer los. Seine Gegner bekommen es mit der Angst zu tun.

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sut
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Donald Trump meldet sich am Montag, 17. August 2015, zum Geschworenendienst in New York City.

Donald Trump meldet sich am Montag, 17. August 2015, zum Geschworenendienst in New York City.

AP/Seth Wenig
Das Medieninteresse ist riesig, wie immer, wenn der Baulöwe und republikanische Präsidentschaftskandidat auftritt.

Das Medieninteresse ist riesig, wie immer, wenn der Baulöwe und republikanische Präsidentschaftskandidat auftritt.

AP/Seth Wenig
Am Tag zuvor war Trump im US-Gliedstaat Iowa. Ebenfalls am Sonntag veröffentlichte Trump erstmals ein ausführliches Positionspapier. Darin heisst es, alle illegal eingereisten Ausländer sollten ausgeschafft werden.

Am Tag zuvor war Trump im US-Gliedstaat Iowa. Ebenfalls am Sonntag veröffentlichte Trump erstmals ein ausführliches Positionspapier. Darin heisst es, alle illegal eingereisten Ausländer sollten ausgeschafft werden.

AP/Charlie Riedel

Das Grossmaul im US-Wahlkampf wird konkret: Nach Wochen mit Sprüchen und vagen Ankündigungen hat der Baulöwe und Casinokönig Donald Trump am Sonntag erstmals ein ausführliches Positionspapier veröffentlicht. Der umstrittenste Punkt darin: Trump will alle elf Millionen illegal eingewanderte Ausländer vor die Grenze stellen.

«Wir werden die Familien beieinander lassen», erklärte Trump in einem Interview mit NBC News. «Aber sie müssen gehen.» Wie das bei der riesigen Zahl von Illegalen funktionieren soll, die teils schon lange in den USA leben, liess Trump unerklärt. Auf die Kosten angesprochen, sagte er dem Interviewer bloss: «Glauben Sie nicht, dass die Illegalen, die hier sind, schon jetzt riesige Kosten verursachen?»

«Die Guten können zurückkommen»

Trumps Positionspapier macht ihn für die anderen republikanischen Kandidaten angreifbar. «Ich hoffe, wir als Partei gehen nicht in diese Richtung», sagte laut «Wall Street Journal» Senator Lindsey Graham aus South Carolina, der den Sans-Papiers einen Pfad zur US-Bürgerschaft öffnen will. Ähnlich offen für eine Integration der Illegalen sind auch John Kasich, der Gouverneur von Ohio, und der mit einer Mexikanerin verheiratete Ex-Gouverneur von Florida, Jeb Bush.

Trump listet seine Vorschläge unter drei Grundsätzen auf, die seiner Anhängerschaft einleuchten dürften: 1. Eine Nation ohne Grenzen ist keine Nation; 2. Eine Nation ohne Gesetze ist keine Nation; 3. Eine Nation, die ihre Bürgern nicht dient, ist keine Nation. Den betroffenen Illegalen offerierte er die vage Möglichkeit, eventuell wieder einreisen zu können, schreibt die «New York Times»: «Die guten Leute können zurückkommen.»

Mexiko soll für Zaun zahlen

Zudem konkretisierte Trump, wie man einen Zaun an der US-Südgrenze zu Mexiko finanzieren sollte. Er will Geldüberweisungen aus illegaler Arbeit einziehen, die Gebühren beim Grenzübertritt und beim Warenimport erhöhen sowie mehr Geld für Visa verlangen. Ideen für andere politische Bereiche will Trump in den kommenden Wochen veröffentlichen.

«Trumps Einwanderungsvorschläge sind ebenso gefährlich wie verblüffend», sagt Frank Sharry von der Immigrationsorganisation America's Voice zum «Journal». Der republikanische Berater Ed Rollins glaubt, es gehe bei dem Positionspapier nur um Wahlkampf: «Das ist kein Plan, der umgesetzt werden kann.»

«Rivalen flippen aus»

Dass der grossspurige Spitzenreiter bei fast allen Umfragen jetzt konkret wird, jagt den anderen Kandidaten jedoch Angst ein. Es bestätigt, dass es Trump mit seiner Kandidatur ernst meint. Für den Politbeobachter Mark Halperin von Bloomberg Politics ist damit ein Wendepunkt erreicht. Die «Establishment-Kandidaten» befürchteten jetzt, dass Trump den wichtigen Gliedstaat Iowa gewinnen könne, sagte Halperin in der Sendung «Morning Joe» auf MSNBC.

«Die meisten glauben, dass er die Nomination sichern kann, und eine beachtliche Zahl ist der Ansicht, dass er das Weisse Haus gewinnen kann.» Die Kampagnen der anderen, sagte Halperin, «sind voll am Ausflippen».

13-Jährige singt gegen Trump

Trumps Auftrumpfen gibt seinen Gegnern Auftrieb. Darunter ist auch die 13-jährige Molly Bergman, eine talentierte Sängerin und Songschreiberin. Wie «Billboard» berichtet, schrieb Molly einen Song mit dem Titel «Lieber Mr. Trump», worin sie singt, der Kandidat beleidige die Nation und müsse sich bei Frauen entschuldigen. «Du bist eine Schande. Höchste Zeit, dass du aus dem Rennen aussteigst.»

(Quelle: YouTube/mollybmusic)

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