07.09.2020 21:26

US-WahlkampfTrump wirft Demokraten vor, gegen Corona-Impfung zu sein

Kamala Harris, die von Joe Biden vorgeschlagene Vizepräsidentin, lege «sorglose Anti-Impf-Rhetorik» an den Tag, schimpft der US-Präsident. Dabei hatte sie etwas ganz anderes gesagt.

Reagiert auf eine Kritik der Vizekandidatin Kamala Harris mit einer eigenen Theorie: US-Präsident Donald Trump hofft auf die Verfügbarkeit eines Corona-Impfstoffs noch vor den Wahlen.

Reagiert auf eine Kritik der Vizekandidatin Kamala Harris mit einer eigenen Theorie: US-Präsident Donald Trump hofft auf die Verfügbarkeit eines Corona-Impfstoffs noch vor den Wahlen.

Foto: Yuri Gripas/Abaca/Bloomberg (Getty Images)

US-Präsident Donald Trump hat den Demokraten vorgeworfen, sich aus politischen Gründen gegen eine baldige Corona-Impfung auszusprechen. Die Kandidatin für die Vizepräsidentschaft, Kamala Harris, lege «sorglose Anti-Impf-Rhetorik» an den Tag, kritisierte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz vor dem Weissen Haus. Die Demokraten wollten eine Impfung wegen der Wahl am 3. November als etwas Negatives darstellen, behauptete er weiter. Ihnen missfalle, dass der Impfstoff in «Rekordzeit» entwickelt werde. Er könne vielleicht sogar noch vor der Wahl verfügbar sein, sagte Trump.

Harris hatte in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender CNN vor einer Einmischung der Regierung bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff gewarnt. Unter Trump würden unabhängige wissenschaftliche Experten «mundtot gemacht», sagte die Senatorin. Trumps Versprechen bezüglich des Impfstoffs könne nicht vertraut werden, weil er sich zwei Monate vor der Wahl verzweifelt nach einem Erfolg sehne, warnte sie. «Ich würde seinen Aussagen nicht vertrauen. Ich würde den Aussagen von Gesundheitsexperten und Wissenschaftlern vertrauen, aber nicht Donald Trump», sagte Harris in dem Gespräch.

Studien über mehrere Impfstoffe

Weltweit befinden sich inzwischen mehrere experimentelle Impfstoffe in grossen klinischen Studien. Dabei soll die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe geprüft werden. Renommierte US-Experten hatten zuletzt erklärt, es könne bis Jahresende klar sein, ob einer der erprobten Impfstoffe hinreichend wirksam sei. Der Immunologe Anthony Fauci etwa, der auch das Weisse Haus berät, rechnet damit, dass es Anfang nächsten Jahres einen Impfstoff geben wird.

Eine Zulassung eines Impfstoff bis zur Wahl gilt als unmöglich. Die zuständige Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) könnte aber bei hinreichend guten Testergebnissen eine begrenzte Notfallgenehmigung erteilen. Demokraten und manche Gesundheitsexperten befürchten allerdings, dass Trump die Behörde unter Druck setzen könnte, um ihm vor der Wahl eine grosse Erfolgsmeldung zu ermöglichen.

(SDA/oli/chk)

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