23.07.2020 13:03

Portland

Trumps Polizei beschiesst Bürgermeister mit Tränengas

Portlands Bürgermeister Ted Wheeler nahm bei der Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt teil. Prompt wurde er von Tränengas getroffen.

Bei den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in Portland im US-Bundesstaat Oregon ist der mitdemonstrierende Bürgermeister Ted Wheeler von Tränengas getroffen worden. Seit Wochen kommt es immer wieder zu Kundgebungen, häufig abends und nachts. Bundespolizisten setzten wiederholt Tränengas und Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein. Nun bekam am frühen Donnerstagmorgen auch Bürgermeister Wheeler, der sich einer Kundgebung vor dem Justizgebäude anschloss, Tränengas ab und musste husten, wie Video-Aufnahmen zeigten. In dem Gebäude sind die Bundespolizisten untergebracht, die Präsident Donald Trump am 4. Juli gegen den Willen Wheelers nach Portland geschickt hat. Sie machten keine Anstalten, das Gebäude zu räumen, sondern warfen in regelmässigen Abständen Rauchbomben und Tränengasgranaten in Richtung der Demonstranten.

Wheelers Anwesenheit stiess nicht bei allen Demonstranten auf Zustimmung. «Schande über dich», riefen einige und forderten seinen Rücktritt. Sie warfen ihm vor, er habe zu wenig getan, um die Bürger zu schützen. Der Demokrat Wheeler hat den Einsatz der Bundespolizei als Machtmissbrauch verurteilt, seiner Ansicht nach wird dadurch die Gewalt noch angefacht. Am Montag hatte Trump angekündigt, die Einheiten gegen Demonstranten auch in anderen Städten einzusetzen, da «die Politiker da draussen Angst vor diesen Leuten» hätten. Der Republikaner, der im November wiedergewählt werden will, hat Recht und Ordnung zum Wahlkampfthema gemacht und demokratische Bürgermeister und Gouverneure für Verbrechen in ihren Verantwortungsbereichen kritisiert. Trump liegt in Umfragen deutlich hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden.

(Reuters)

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