21.11.2017 08:19

Luxus-ChicksTrumps Truthähne logieren im Edelhotel

In Washington dürfen zwei ausgewählte Truthähne im teuren Willard-Hotel übernachten – und dann werden sie erst noch begnadigt.

von
sut
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So gut haben es sonst keine Truthähne: Die zwei ausgesuchten Tiere namens Drumstick und Wishbone dürfen im Hotel Willard Intercontinental in Washington übernachten.

So gut haben es sonst keine Truthähne: Die zwei ausgesuchten Tiere namens Drumstick und Wishbone dürfen im Hotel Willard Intercontinental in Washington übernachten.

White House via Instagram
Am 20. November 2017 wurden die Truthähne in einem Saal des Hotels der Öffentlichkeit vorgestellt.

Am 20. November 2017 wurden die Truthähne in einem Saal des Hotels der Öffentlichkeit vorgestellt.

/Chip Somodevilla
Die zwei Tiere warten darauf, am 21. November 2017 von Präsident Donald Trump begnadigt zu werden. 45 Millionen andere Truthähne werden am Donnerstag an der Thanksgiving-Feier verspeist.

Die zwei Tiere warten darauf, am 21. November 2017 von Präsident Donald Trump begnadigt zu werden. 45 Millionen andere Truthähne werden am Donnerstag an der Thanksgiving-Feier verspeist.

White House via Instagram

Das Leben ist einfach ungerecht. Dieser Schluss wird zwingend angesichts des neusten Snapchat-Fotos vom Konto des Weissen Hauses. Es zeigt zwei Truthähne im weissen Federkleid, die nackten Hälse stolz hochgereckt, auf den weichen Matratzen des Hotels Willard Intercontinental in Washington.

Die verwöhnten Tiere namens Drumstick und Wishbone geniessen seit dem Wochenende den Luxus in einem Hotel, dessen Zimmerpreise von 200 bis 3500 Dollar pro Nacht für viele flügellose Normalbürger unerschwinglich sind. Es ist nicht das erste Mal, dass Truthähne in den Genuss eines solchen Aufenthaltes kommen. Auch die Tiere der letzten Jahre residierten im Luxushotel.

Die zwei «Gobbler», wie Truthähne in den USA auch heissen, werden am Dienstag in einer traditionellen Zeremonie im Garten des Weissen Hauses von Präsident Donald Trump begnadigt. Dann dürfen sie den Rest ihres Lebens im «Gobbler's Rest» auf dem Campus der Universität von Virginia verbringen.

Jedes Jahr 45 Millionen

Welch ein Unterschied zum Schicksal eines Normal-Truthahns! Im Vorfeld von Thanksgiving, dem nationalen Erntedankfest am Donnerstag, sieht man die Tiefkühltruhen aller Supermärkte damit überquellen: bocksteif gefroren, in allen Grössen und in der schier unbegreiflichen Zahl von 45 Millionen. Nicht weniger als 88 Prozent der Amerikaner stecken jedes Jahr einen Truthhahn in den Backofen.

Die Massenschlächterei des Federviehs erklärt denn auch den seltsamen Begnadigungsakt. Viele Amerikaner fühlen sich nicht so wohl dabei, dass an der grössten Familienfeier so viele der stattlichen Vögel das Leben lassen müssen. Präsident George H.W. Bush liess als erster Gnade vor Fresslust walten. Die Tradition der symbolischen Schonung ist seither nicht mehr wegzudenken.

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