Aktualisiert 22.06.2020 01:32

Wahlkampf-Blamage

Trumps wenig triumphale Rückkehr aus Tulsa

Eine Million Menschen wollte der US-Präsident für seinen Wahlkampfauftritt in Tulsa mobilisieren. Gekommen sind einige Tausend. Tiktok-User sollen dabei eine Rolle gespielt haben.

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Der US-Präsident einmal anders: Donald Trump wirkte nach dem Wahlkampfauftritt in Tulsa bei seiner Rückkehr in Washington geknickt.

Der US-Präsident einmal anders: Donald Trump wirkte nach dem Wahlkampfauftritt in Tulsa bei seiner Rückkehr in Washington geknickt.

KEYSTONE
Auch für die Kameras schien er nur ein halbherziges Winken übrig zu haben.

Auch für die Kameras schien er nur ein halbherziges Winken übrig zu haben.

KEYSTONE
Zuschauermässig noch Raum nach oben: Ein Trump-Supporter sitzt an der Veranstaltung in den leeren Reihen.

Zuschauermässig noch Raum nach oben: Ein Trump-Supporter sitzt an der Veranstaltung in den leeren Reihen.

keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Bilder zeigen Donald Trump nach seinem Wahlkampfauftritt in Tulsa ziemlich geknickt.
  • Zu den hohen erwarteten Besucherzahlen sollen Tiktok-User beigetragen haben.
  • Es soll koordinierte Bemühungen gegeben haben, sich kostenlos für ein Ticket zu registrieren, dann aber nicht zu der Veranstaltung zu erscheinen.

Ziemlich nachdenklich wirkt US-Präsident Donald Trump bei seiner Rückkehr aus Tulsa. Nach dem blamablen Wahlkampfauftritt vor leeren Rängen zeigen Bilder Trump bei der Ankunft in Washington mit hängendem Kopf. Halbherzig scheint er in die Kameras zu winken.

Nutzer des sozialen Netzwerks TikTok haben möglicherweise zu den hohen erwarteten Besucherzahlen beim Wahlkampfauftritt in Tulsa beigetragen – bei dem am Ende zahlreiche Plätze leer blieben. Der Sender CNN berichtete am Sonntag, auf dem meist von Kindern und Jugendlichen genutzten Netzwerk habe es koordinierte Bemühungen gegeben, sich kostenlos für ein Ticket zu registrieren, dann aber nicht zu der Veranstaltung im Bundesstaat Oklahoma zu erscheinen.

Eine ältere Nutzerin namens Mary Jo Laupp, die sich als «TikTok-Grossmutter» bezeichnet, sagte in ihrem Video: «All jene von uns, die diesen Saal mit 19 000 Sitzplätzen kaum gefüllt oder völlig leer sehen wollen, gehen jetzt Karten reservieren und lassen ihn (Trump) dort allein auf der Bühne stehen.» Für den Antrag auf Reservierung ist nur die Angabe einer Handynummer erforderlich.

Tausende Plätze blieben leer

Trumps Wahlkampfmanager Brad Parscale sagte CNN, «Linke und Online-Trolle» bildeten sich ein, einen Einfluss auf die Teilnehmerzahl von Trump-Kundgebungen zu haben. Sie lägen damit aber falsch. Vor der Kundgebung in Tulsa seien Zehntausende falsche Handynummern aussortiert worden. Laupp beispielsweise hatte allerdings zur Registrierung mit der eigenen Handynummer aufgerufen – und darauf verwiesen, dass man Textnachrichten von Trumps Wahlkampfteam danach jederzeit wieder abbestellen könne.

Trumps Wahlkampfberaterin Mercedes Schlapp machte am Sonntag im Sender Fox News Demonstranten für die ausgebliebenen Besucher verantwortlich. Fox-News-Moderator Chris Wallace lieferte sich daraufhin einen hitzigen Schlagabtausch mit Schlapp. Er sagte, Demonstranten hätten Unterstützer nicht von der Teilnahme abgehalten. «Es lässt euch Leute albern aussehen, wenn ihr die Realität dessen verleugnet, was passiert ist.»

Trump prahlt regelmässig damit, dass er bei seinen Kundgebungen grosse Hallen füllen könne. Er hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass sich fast eine Million Menschen um Tickets für die Veranstaltung in der rund 19 200 Menschen fassenden Arena in Tulsa beworben hätten. Tatsächlich blieben Tausende Plätze leer.

(SDA)

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47 Kommentare
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Andy

22.06.2020, 05:18

Toll doch. 1Mio haben ein Ticket bestellt, und jeder Hundertste kam. Nette Lektion für Trump. Lernen oder erkennen wird er nichts daraus.

Urs

22.06.2020, 05:16

Doch mal eine gute Nachricht

Simon M.

22.06.2020, 04:40

Wenigstens hat er einen neuen mächtigen Feind ausgemacht: Südkoreas Teenager. Theoretisch müsste er Südkorea jetzt mit Truppenabzug drohen.