Aktualisiert 10.07.2020 14:06

Basler Studie widerlegt US-Präsident

Trumps Wundermittel wirkt nicht gegen Corona

Immer wieder hatte Donald Trump das Medikament als Wundermittel angepriesen. Eine Studie des Unispitals zeigt jetzt, wieso diese Hoffnung unbegründet war.

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Er schwört auf das Medikament: US-Präsident Trump.

Er schwört auf das Medikament: US-Präsident Trump.

keystone-sda.ch
Ein Corona-Patient wir im Universitätsspital Basel medizinisch versorgt.

Ein Corona-Patient wir im Universitätsspital Basel medizinisch versorgt.

Fabian Fiechter im Auftrag des Universitätsspitals Base
Hergestellt wird Hydroxychloroquin vom französischen Konzern Sanofi.

Hergestellt wird Hydroxychloroquin vom französischen Konzern Sanofi.

REUTERS

Eine Studie der Universität und des Universitätsspitals Basel bestätigt die Wirkungslosigkeit von Hydroxychloroquin und Lopinavir bei Covid-19-Behandlungen. Die Konzentration der beiden Medikamente in der Lunge reiche nicht aus, um das Virus zu bekämpfen.

Seit Februar 2020 laufen Studien an der Universität und am Universitätsspital Basel mit Patientinnen und Patienten, die schwer an Covid-19 erkrankt sind, wie das Universitätsspital am Freitag mitteilte. Die Forschungsgruppe Infektiologie habe untersucht, wie sich die durch Coronavirus verursachte Entzündung auf die Konzentration von Medikamenten im Blut auswirkt.

Die Forschungsgruppe habe aus den Konzentrationswerten errechnet, wie hoch die Konzentration des HIV-Medikaments Lopinavir und des Malariamittels Hydroxychloroquin in der Lunge gewesen sein muss – also am Ort der Infektion. Laut den Ergebnissen sei es unwahrscheinlich, dass beide Medikamente ausreichende Konzentrationen erreichten, um die Virusvermehrung in der Lunge zu hemmen, heisst es.

Wieso Trump Hydroxychloroquin mag

Die im Fachblatt «Antimicrobial Agents and Chemotherapy» veröffentlichte Studie bestätigt somit die Auffassung der WHO, die am 4. Juli entschieden hat, dass wissenschaftliche Versuche mit Hydroxychloroquin und Lopinavir für die Covid-19-Behandlung nicht fortgesetzt werden sollen. «Die Ergebnisse unserer eigenen Studie liefern wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse, die im Einklang mit diesem Entscheid sind, und erklären, warum diese Medikamente nicht wirken», sagt Manuel Battegay, Professor für Infektiologie an der Universität Basel.

Grosse Hoffnung hatte US-Präsident Donald Trump auf das Medikament gesetzt. Im Verlauf der Corona-Pandemie hatte er mehrfach gesagt, Hydroxychloroquin helfe gegen das Virus, obwohl US-Experten das seit längerem bezweifeln. Im April hatte die New York Times aufgedeckt, dass Trump finanziell mit dem französischen Hydroxychloroquin-Hersteller Sanofi verstrickt ist.

(nsa/sda)

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