Truppenrückzug bejubelt
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Truppenrückzug bejubelt

Hunderte Menschen haben in den Strassen von Madrid den bevorstehenden spanischen Rückzug aus Irak gefeiert. Der Rückzug aus Irak soll binnen zweier Wochen erfolgen.

Etliche Demonstrierende trugen Pappschilder mit der Aufschrift «Frieden».

Der neue Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero hatte am Sonntagabend in einer im Fernsehen übertragenen Rede angekündigt, die spanischen Soldaten würden «so schnell wie möglich» zurückgeholt.

Der sozialistische Regierungschef begründete seine Abzugspläne im spanischen Fernsehen damit, dass keine UNO-Resolution für Irak absehbar sei, die den spanischen Vorstellungen entspreche.

Es gebe zudem keine Anzeichen, dass sich die politische und militärische Lage in Irak in nächster Zeit grundlegend ändere, sagte der Regierungschef. Spanien hat rund 1300 Soldaten in Irak stationiert. Sie sind derzeit in Diwanija und in Nadschaf im Einsatz.

Nach Informationen aus Madrid und Kairo sollen die Soldaten binnen zwei Wochen zurückkehren. Der spanische Aussenminister Miguel Angel Moratinos habe seinem ägyptischen Kollegen Ahmed Maher diesen Termin genannt, verlautete aus dem Aussenministerium in Kairo. Auch in Regierungskreisen in Madrid war von dieser Frist die Rede.

Bislang hatte Zapatero einen Anzug davon abhängig gemacht, ob der Einsatz von einem UNO-Mandat gedeckt werde. Andernfalls wollte er die Soldaten bis zum 30. Juni zurückholen. Zapatero hatte sein Amt erst am Samstag angetreten.

Mit seiner Ankündigung erfüllt der Sozialist eines seiner wichtigsten Wahlversprechen. Im Fernsehen erklärte er dazu, er könne den Willen der spanischen Wähler nicht ignorieren.

Die US-Regierung reagierte am Sonntagabend zurückhaltend auf die Ankündigung Spaniens: In einem Communiqué unterstrich das Weisse Haus die Solidarität mit den Ländern, die an der Koalition teilnehmen.

«Wir sind den anderen Partnern der Koalition dankbar, die erst kürzlich ihre Solidarität ausgedrückt haben, um die Mission in Irak zu einem guten Ende zu bringen», sagte ein Regierungssprecher in Washington.

Die USA hofften auf einen koordinierten und geordneten Abzug der Spanier. Man werde trotzdem weiter mit dem Nato-Partner Spanien zusammenarbeiten, dies vor allem beim Kampf gegen den Terrosrismus, fügte er hinzu. (sda)

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