Tschad: Heftige Kämpfe vor Hauptstadt
Aktualisiert

Tschad: Heftige Kämpfe vor Hauptstadt

Kämpfer der Vereinten Front für den Wechsel (FUC) haben die Hauptstadt der zentralafrikanischen Republik Tschad angegriffen. Laut dem Staatspräsidenten Idriss Deby schlugen regierungstreue Truppen die Offensive der Rebellen aber nieder.

Die Lage sei «unter Kontrolle», sagte Deby am Donnerstag im Sender Radio France Internationale. Die FUC-Kämpfer seien vollkommen aufgerieben worden. In der Nähe des Parlaments habe es Schüsse gegeben, drei verdächtige Fahrzeuge seien zerstört worden.

Nach Armeeangaben gab es am frühen Morgen am Stadtrand Kämpfe zwischen Soldaten und den Rebellen. Eine Reporterin der französischen Nachrichtenagentur AFP berichtete von schwerem Artilleriefeuer.

Seit 16 Jahren an der Macht

Die Rebellen kämpfen für den Sturz des Präsidenten, der 1990 durch einen Putsch an die Macht gekommen war. Gegen den 53-Jährigen waren in jüngster Zeit häufiger Anschläge verübt worden. Er kandidiert bei den Wahlen vom 3. Mai für eine vierte Amtszeit von fünf Jahren.

Die Lage im Zentrum der Hauptstadt war nach den Angaben ruhig. Seit dem frühen Morgen überflogen Helikopter und französische Kampfjets vom Typ Mirage F1 das Gebiet.

Kämpfe auch an Grenze zu Sudan

Kämpfe zwischen Soldaten und Rebellen gab es nach Angaben humanitärer Organisationen auch 800 Kilometer weiter östlich in der Stadt Adré an der Grenze zum Sudan. Frankreich ist in der derzeitigen Krise die Hauptstütze des tschadischen Präsidenten.

Die 1200 französischen Soldaten im Tschad wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Weitere 150 in der gabunischen Hauptstadt Libreville stationierte franzöische Soldaten trafen am Mittwoch zur Verstärkung in N'Djamena ein. In diplomatischen Kreisen hiess es, die UNO und die USA wollten einen Teil ihres Personals aus Sicherheitsgründen aus N'Djamena abziehen. (sda)

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