Aktualisiert 27.06.2014 11:33

ObergerichtTschäppäts Italo-Witze waren nicht rassistisch

Die Italienerwitze des Stapi Alexander Tschäppät von Ende Dezember in einem Comedy-Club waren nicht rassistisch - das hat das bernische Obergericht entschieden.

von
sda/lex
Sorgten für Furore: Die Italienerwitze von Alexander Tschäppät.

Sorgten für Furore: Die Italienerwitze von Alexander Tschäppät.

Dem Entscheid der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, dass die Italienerwitze von Berner Stapi Alex Tschäppät «nicht rassistisch» sind, hat sich nun auch das Berner Obergericht angeschlossen.

Beschwerde abgewiesen

Es hat laut einer Mitteilung vom Freitag die Beschwerde einer Einzelperson gegen die sogenannte Nichtanhandnahmeverfügung der regionalen Staatsanwaltschaft vom Februar dieses Jahres abgewiesen. Diese Person hatte Rassendiskriminierung, Ehrverletzung und Verletzung des Amtsgeheimnisses geltend gemacht. Zum Tatbestand der Rassendiskriminierung fehle es aber an der vorausgesetzten qualifizierten Herabsetzung einer Gruppe von Personen, schreibt das Berner Obergericht. Eine Ehrverletzung liege nicht vor, «weil die (Süd-)Italiener keine beleidigungsfähige Personengruppe sind».

Eine Amtsgeheimnisverletzung hatte die Einzelperson geltend gemacht, weil Tschäppät bei seinem Italienerwitz Bezug genommen hatte auf den schweizerischen Fichenskandal. Tschäppät zitierte laut Obergericht aus einer Fiche und sagte danach, bei der fichierten Person solle es sich um einen eingebürgerten Neapolitaner handeln. Gemäss der Fiche solle diese Person auffallend viele Nebenbeschäftigungen ausüben. «Jetzt sagen Sie mir ehrlich, ein Neapolitaner mit zu vielen Nebenbeschäftigungen. . . Können Sie sich das vorstellen? Ein Süditaliener, der zu viel ?chrampfet??»

Weiterzug möglich

Mehrere Strafanzeigen waren nach Tschäppäts Auftritt im Comedy-Club «Das Zelt» eingereicht worden, nur ein Nichteintretensentscheid wurde weitergezogen. Auch der Entscheid des Berner Obergerichts kann noch weitergezogen werden, wie es dort auf Anfrage hiess. Nächste Instanz wäre das Bundesgericht. Tschäppät sagte nach Bekanntwerden der Strafanzeigen, er bereue seinen umstrittenen Auftritt zwar nicht. Im Nachhinein würde er die Witze über die Italiener aber weglassen. Er bedaure es, wenn sich jemand durch die Witze

verletzt fühle. Seine Witze seien aber nicht rassistisch.

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