Tschechien und Polen boykottieren Olympia-Eröffnung

Aktualisiert

Tschechien und Polen boykottieren Olympia-Eröffnung

Nach dem tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus will nun auch Polens Regierungschef Donald Tusk der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in China fernbleiben.

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus erklärte auf seiner persönlichen Website, dass er nicht zu den Olympischen Spielen in Peking reisen werde. Eine Begründung nannte er nicht, erklärte aber, seine Entscheidung solle nicht als Bestrafung für das chinesische Vorgehen in Tibet gewertet werden. «Mein Motiv ist keine Drohung gegen China», sagte Klaus. Ein Sprecher des Tschechischen Olympischen Komitees erklärte, Klaus' Entscheidung werde respektiert.

Drei weitere tschechische Politiker - Umweltminister Martin Bursik, Bildungsminister Ondrej Liska und der Prager Bürgermeister Pavel Bem - haben ausdrücklich erklärt, sie wollten wegen der Lage in Tibet nicht zu den Olympischen Spielen reisen. Am Dienstag hatte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy angedeutet, er könnte die Olympia-Eröffnungsfeier in Peking boykottieren. Die belgische Regierung schloss am Mittwoch einen völligen Boykott nicht aus, sollte sich die Lage in Tibet verschlechtern. Die EU hat einen vollständigen Boykott ausgeschlossen.

Polens Regierungschef will Olympia-Eröffnungsfeier fernbleiben

Der polnische Regierungschef Donald Tusk will wegen der Situation in Tibet der Eröffnungsfeier der Olympischen Spielen in China fernbleiben.

Laut der polnischen Zeitung «Dziennik» ist er damit der erste Chef einer europäischen Regierung, der einen solchen «entschlossenen» Standpunkt eingenommen habe.

Er habe keine Absicht, an der Eröffnungszeremonie in Peking teilzunehmen, sagte Tusk der Zeitung am Donnerstag. Die Anwesenheit von Politikern bei der Olympia-Eröffnung scheine ihm «unpassend», erläuterte der liberale Politiker.

Der Vorsitzende der zweiten Kammer des Parlaments (Senat), Bogdan Borusewicz, bestätigte unterdessen, dass er den Dalai Lama nach Polen eingeladen habe. Es gebe noch keine Antwort des religiösen Führers der Tibeter.

(dapd)

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