VW ID.3 im Jahrestest: Tschüss Benziner, Hallo Elektroauto
Markus Ehinger
Publiziert

VW ID.3 im JahrestestTschüss Benziner, Hallo Elektroauto

Wie einfach (oder kompliziert) ist der Umstieg von einem Benziner auf ein Elektroauto? Eine Berner Familie berichtet für 20 Minuten Lifestyle ein Jahr lang von ihren Erfahrungen.

von
Nora und Markus Ehinger

«Kauft keinen neuen Benziner mehr», empfahlen uns Autoexpertinnen und -experten aus dem Freundeskreis, als wir uns überlegten, den treuen Begleiter mit Benzinmotor nach vier Jahren aus dem Leasing zu kaufen. «Das Zeitalter der Elektromobilität hat begonnen», begründeten die Experten, von denen es mittlerweile so viele gibt wie Fussballexperten. «Jetzt kommen immer mehr Steckerfahrzeuge auf den Markt.» Steckerfahrzeug? Ein Wort, das wir damals nicht mal gekannt hatten.

Doch mit einem solchen Steckerfahrzeug (oder Stromer, oder E-Auto oder BEV – Battery Electric Vehicle) sind wir jetzt unterwegs. Mit dem ID.3 von Volkswagen, der nicht weniger als der neue Golf werden soll.

Der VW ID.3 sorgt mit seinem Design für Aufsehen in der Einstellhalle.

Der VW ID.3 sorgt mit seinem Design für Aufsehen in der Einstellhalle.

Markus Ehinger
Der ID.3 lädt über Nacht auf und schafft im Winter durchschnittlich über 300 Kilometer.

Der ID.3 lädt über Nacht auf und schafft im Winter durchschnittlich über 300 Kilometer.

Markus Ehinger
Die fehlende Knöpfe und Schalter im ID.3-Cockpit sorgten an den ersten Tagen für ein paar «Gedenkminuten».

Die fehlende Knöpfe und Schalter im ID.3-Cockpit sorgten an den ersten Tagen für ein paar «Gedenkminuten».

VW

Corona und Softwareprobleme verzögerten zwar den Start unseres «Experiments», doch der Vorfreude tat dies keinen Abbruch. Zugegeben: In die Vorfreude mischte sich auch Skepsis. Wie lädt man das Elektroauto? Wo lädt man es am besten? Wie weit kommen wir mit einer Akku-Ladung?

Die ID.3-Testfamilie

Markus Ehinger und Nora Camenisch erhalten den VW ID.3 von der AMAG zur Verfügung gestellt. Sie testen das Elektroauto während eines Jahres zusammen mit der zweieinhalbjährigen Tochter auf Fahrspass, Alltags- und Familientauglichkeit. In dieser Zeit berichten sie regelmässig von ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit dem ID.3 in «20 Minuten Lifestyle».

Per Zug gings an einem nebligen Morgen in den Kanton Aargau zur Amag-Auslieferungszentrale. Die Übergabe des Autos? Unspektakulär. Ein paar Tipps erhalten wir noch mit auf den Weg. Doch weil wir uns schon monatelang intensiv mit dem ID.3 auseinandergesetzt hatten, haben wir das Gefühl, das Auto gut zu kennen. Auf der Autobahn Richtung Bern und beim kurzen Halt an einer Raststätte werden wir von neugierigen Blicken verfolgt. Und kaum in der Hauptstadt angekommen, werden wir von Nachbarn und vom Hauswart mit Fragen gelöchert.

Man fühlt sich nicht in einem Raumschiff

Ja, der ID.3 fällt mit seinem Design zwar auf, trotzdem hat man nicht das Gefühl, es sei ein Raumschiff gelandet. Der Spagat zwischen modernem Design und «normalem» Auto ist VW gelungen. Zuhause hängen wir den ID.3 ein erstes Mal an den Strom. Das klappt reibungslos, der Vermieter hat die bereits vorhandene Wallbox in der Einstellhalle freigeschaltet.

Den Benziner vermissen wir nicht

Und die erste Fahrt? Spannend! Die Beschleunigung, das Fahrgefühl, die Ruhe. Das alles macht Lust auf mehr. Und an die fehlenden Knöpfe im ID.3 – alles wird per Touchscreen oder per Sprache gesteuert – werden wir uns hoffentlich auch noch gewöhnen. Jedenfalls vermissen wir unseren Benziner schon nach wenigen Wochen nicht mehr. Ob wir jemals wieder einen Benziner kaufen werden? Momentan schauts nicht so aus.

Deine Meinung

893 Kommentare
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Ex VWler

26.01.2021, 00:43

Der ID3 innen. Würg. Billiger Plastik wohin das Auge reicht. Tesla Model 3, schöne Stitches, teils sogar Alcantara. Nein, die Wertigkeit die man früher von VW kannte, ist definitiv vorbei. Das hat alles mit dem T-Roc angefangen und wird im Konkurs enden.

Energieverbrauch

26.01.2021, 00:02

Da es immer mehr Menschen gibt, müssen wir mit unserem Energieverbrauch clever umgehen. Deshalb ist der Umstieg auf BEV die sinnvollste Variante. Well to Wheel Effizienz (Also von der Herstellung der Energie bis zum tanken, Motor und was bei den Rädern ankommt): BEV 73%, H2 22%, SynFuel/Treibstoffe 13%.

Wertschöpfungskette CH welcome

25.01.2021, 23:48

"Tanken" in 4 Sekunden! Das ist möglich, mit einem Stromer: Abends Stecker rein (2 Sek.) morgens Stecker raus (2 Sek.) Und erst noch ökologisch mit 100% erneuerbarer Energie! (Bei mir Wasserkraft) :-) Sag dem Gestank tschüss und der Wertschöpfung in der Schweiz welcome!