Aktualisiert 09.08.2011 19:02

Sulzberger-SchelfeisTsunami liess riesigen Eisberg abbrechen

Der Tsunami vom 11. März zerstörte nicht nur die Küste in Japan, sondern wirkte sich bis in die Antarktis aus. Neue Bilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigen, wie empfindlich das Eis geworden ist.

von
kub
Das Satellitenbild zeigt das Sulzberger Schelfeis vor und nach dem Tsunami in Japan.

Das Satellitenbild zeigt das Sulzberger Schelfeis vor und nach dem Tsunami in Japan.

US-Forschern gelang, wie jetzt bekannt wurde, eine sensationelle Beobachtung. Sie konnten sehen, wie der Tsunami von Japan rund 13 000 Kilometer südlich des Ursprungsorts entfernt zwischen dem 12. und 16. März zwei Eisberge vom Sulzberger-Schelfeis in der Westantarkis abbrach. Die entsprechenden Satellitenbilder wurden von der NASA-Mitarbeiterin Kelly Brunt und Kollegen gemacht.

Die gewaltige Welle brauchte 18 Stunden, bis sie das Eis erreichte, berichten Forscher der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Beim Zeitpunkt des Auftreffens war sie nur noch 30 Zentimeter hoch. Ihre Stärke reichte aber, um das an dieser Stelle 80 Meter dicke Eis brechen zu lassen. Die zwei abgebrochenen Eisberge haben die Fläche von Manhattan. Der Vergleich mit historischen Satellitenaufnahmen ergab, dass das Schelfeis an dieser Stelle 46 Jahre lang nahezu unverändert geblieben war.

Laut den Forschern, die ihre Ergebnisse im «Journal of Glaciology» publiziert haben, sei es das erste Mal gewesen, dass ein Tsunami einen Eisabbruch provoziert habe. Bisher hatten sie diese Geschehen beobachtet, erklären konnen sie es sich aber nicht. Jetzt hätten sie die Ursache. «Wir wussten gleich, dass dies eines der grössten Ereignisse der jüngsten Geschichte ist, und dass die Wellen hoch genug sein würden», erklärte Kelly Brunt, wie bei focus.de zu lesen ist.

NASA-Video: Eisscholle in der Antarktis bricht wegen Tsunami ab (YouTube)

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