Aktualisiert 27.09.2005 16:10

Tsunami: Probleme bei der Schweizer Hilfe

Auch neun Monate nach der Tsunami-Katastrophe ist in den beiden thailändischen Dörfern, die die Schweiz wiederaufbauen will, noch kein einzige Haus fertiggestellt.

Für rund 20 Häuser wurde zwar eine Bau-Erlaubnis erteilt - aber vor allem auf der Insel Ko Phra Tong fehlen die Bewilligungen.

Viele Einwohner lebten in dem Dorf, ohne dass sie über Papiere für ihr Grundstück verfügten, wie Andreas Stauffer, Sprecher der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) am Dienstag auf Anfrage erklärte. Anderen seien die Ausweise beim Seebeben abhanden gekommen.

Acht Bewilligungen

Aus diesem Grund seien für die geplanten 72 Häuser bisher nur 8 Bewilligungen erteilt worden. Doch solche Verzögerungen seien normal, sagte Stauffer, der soeben einen Monat in der Region verbracht hat. Die Arbeiten sollen wie geplant Mitte 2006 beendet sein.

«Wir legen den Behörden Vorschläge vor, welche die lokalen Bevölkerungen und die Umwelt respektieren, aber wir können sie nicht zwingen, diese zu akzeptieren», sagte Stauffer. Die Regierung habe sich vor allem gegen die Niederlassung der Nomaden gesträubt, weil diese nicht thailändische Staatsangehörige seien.

Doch dieses Problem sei in der Zwischenzeit gelöst worden, sagte Stauffer. Die Kinder der «Mokken», der Meeres-Nomaden, hätte bereits die Schulausbildung anfangen können. Neben der Schule, die im Juni fertiggestellt wurde, konnte auch fünf Kilometer Strasse gebaut werden. Das Gesundheitszentrum soll im Oktober fertig sein.

Über dem Meeresspiegel

Auf der anderen Insel, Ko Kho Khao, gehe die Arbeit schneller voran: Dort wurden bereits 16 Bau-Bewilligungen erteilt. Die DEZA und die Regierung hätten sich über ein Gebiet geeinigt, das rund 50 Meter über dem Meeresspiegel liege und dadurch im Falle eines weiteren Tsunami geschützt wäre.

Die DEZA arbeite eng mit der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) zusammen, welche die Kontakte mit der thailändischen Regierung erleichtere. Die Organisation aus Gland VD hat einen Plan zur nachhaltigen Entwicklung der Inseln erarbeitet.

Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hatte den Wiederaufbau bei einem Besuch des Krisengebiets nach der Katastrophe versprochen. Dazu gehören der Wiederaufbau und die Reparatur von rund 40 Häusern, zwei Schulen, eines Gesundheitszentrums, die Ausrüstung der Fischer mit rund 100 Booten und Zubehör sowie die Instandstellung von Wegen.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.