Aktualisiert 05.04.2007 10:24

Tsunami: Verzweifelter Kampf gegen Seuchen

Drei Tage nach dem Tsunami auf den Salomonen versuchen Rettungskräfte, den Ausbruch von Krankheiten wie Durchfall zu bremsen. Bis zu 5400 Menschen hielten sich in überfüllten Flüchtlingslagern in den Bergen auf.

Viele von ihnen hätten Angst, wieder in die Dörfer zurückzukehren, erklärten Hilfsorganisationen. Rettungskräfte versorgten Obdachlose mit Zelten und Nahrungsmitteln, berichteten aber von Hygieneproblemen und unzureichenden Vorräten an Trinkwasser.

Die schnelle Verteilung von Hilfsgütern sei unbedingt notwendig, um Krankheiten vorzubeugen, sagte der Neuseeland-Chef von Oxfam, Barry Coates, am Donnerstag. Es gebe bereits Meldungen über den Ausbruch erster Erkrankungen, fügte er hinzu.

Wenig Schiffe, starke Winde

Zudem verzögere sich die Hilfe aufgrund des Mangels an Schiffen und wegen starker Winde, sagte Regierungssprecher Alfred Maesulia. Bisher habe nur eines von drei geplanten Schiffen mit Hilfsgütern den Hafen der Hauptstadt Honiara verlassen können.

Die Behörden hätten Probleme, die benötigten Materialien bereit zu stellen. Am Donnerstag wurde allerdings ein Flugzeug der australischen Luftwaffe mit Hilfsgütern erwartet, zudem wollte auch Frankreich ein Flugzeug von Neu-Kaledonien in die am stärksten betroffene Region um die Stadt Gizo schicken.

Weitere Opfer befürchtet

Nach der Katastrophe vom Montag wurden bislang 30 Tote geborgen. Australische Medien berichteten von elf weiteren Kindern, die in einem mittlerweile menschenleeren und fast vollkommen zerstörten Dorf den Fluten zum Opfer gefallen seien. Etliche Menschen werden noch vermisst.

Die Salomonen wurden am Montag von einem schweren Beben der Stärke 8,0 und einer bis zu zehn Meter hohen Flutwelle heimgesucht. Seitdem gab es zahlreiche Nachbeben. Die Salomonen liegen auf dem seismisch aktiven Pazifischen Feuerring, wo es durch die Verschiebung von Erdplatten immer wieder zu Erdbeben kommt. (sda)

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