Aktualisiert 03.05.2006 18:47

Tsunami war 50 Zentimeter hoch

Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,1 hat am Mittwoch die Region um das Südseearchipel Tonga erschüttert. Es verlief aber offenbar glimpflich, zum befürchteten Tsunami kam es nicht.

Die Erdstösse, die sich gegen 17.30 MESZ ereigneten, hatten eine Stärke von 8,1, wie das neuseeländische Institut für Geologie und Nuklearwissenschaften mitteilte. Nach ersten Angaben richtete das Beben auf Tonga Schäden an, weitere Berichte über Zerstörungen oder Verletzte lagen nicht vor. Offenbar war die Flutwelle nur etwa 50 Zentimeter hoch.

Das Epizentrum des Bebens lag 170 Kilometer nordöstlich von Tongas Hauptstadt Nukualofa in einer Tiefe von 38 Kilometern. Ron Vea von Tonga Radio sagte in einem Interview mit dem britischen Sender BBC, die Menschen seien ruhig geblieben, es habe keine Panik gegeben. Der Strom sei für etwa eine Viertelstunde ausgefallen, inzwischen gebe es aber wieder Elektrizität.

Nach dem starken Erdbeben war zunächst eine Tsunami-Warnung für die Region ausgegeben worden. Der Alarm vor den Flutwellen galt für die Fidschi-Inseln und für Neuseeland, wie das Tsunami-Warnzentrum in Hawaii mitteilte.

Die Hawaii-Inseln selbst wurden wegen der Gefahr einer möglichen Flutwelle zur Wachsamkeit aufgerufen - das ist eine Stufe unter einer Tsunami-Warnung. Nach US-Medienberichten gab es keine Berichte über Schäden auf den Inseln.

Schlimme Erinnerungen an 2004

Bei der Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004 verloren in Südasien durch das schwere Erdbeben und die dadurch ausgelöste Flutwelle rund 300 000 Menschen ihr Leben.

Das Erdbeben hatte eine Stärke von 9,0 auf der Richterskala, das Epizentrum lag vor der Küste Sumatras (Indonesien). Weite Abschnitte der Küsten mehrerer Länder rund um den Indischen Ozean wurden verwüstet - darunter auch beliebte Ferienregionen. Selbst in Afrika gab es Überflutungen.

Am schwersten getroffen war aber die indonesische Provinz Aceh im Norden Sumatras, wo mehr als 114 000 Leichen geborgen wurden. Dort gelten noch immer fast 128 000 Menschen als vermisst. In Sri Lanka wurden durch die Naturkatastrophe mehr als 38 000 Menschen getötet. In Indien gehen die Behörden von knapp 11 000 Toten aus. In Thailand registrierten die Experten über 5300 Todesfälle. (dapd)

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