Nach Erdbeben in Japan: Tsunamis treffen auf Nordostküste
Aktualisiert

Nach Erdbeben in JapanTsunamis treffen auf Nordostküste

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,3 hat den Norden Japans erschüttert. Tsunamis sind im Nordosten der Insel auf die Küste getroffen. Mittlerweile wurde die Warnung aufgehoben.

von
jam

Ein Erdbeben der Stärke 7,3 hat die Katastrophenregion im Nordosten Japans erschüttert. Die Behörden hatten unverzüglich eine Warnung vor einem Tsunami für die Provinz Miyagi ausgegeben. Bei dem Erdbeben wurden mindestens zehn Menschen leicht verletzt, wie der TV-Sender NHK meldete. Schwere Schäden richtete das Beben aber offenbar nicht an. Der Wetterdienst warnte vor bis zu zwei Meter hohen Wellen. Mehrere Nachbeben folgten: Kurze Zeit später erschütterten Erdstösse der Stärke 6,2 die Region erneut.

Kurz darauf sind in der Stadt Ishinomaki erste Wellen von rund einem Meter Höhe auf die Küste Miyagis getroffen, wie NHK berichtete. Ob dabei Schäden zu beklagen waren, ist noch unklar. Ishinomaki war in Folge des verheerenden Erdbebens und Tsunamis vom 11. März vergangenen Jahres schwer verwüstet worden.

Die Bewohner der Region wurden aufgerufen, sich in höher gelegene Gegenden zu flüchten, berichtete der japanische Sender NHK. Das Beben ereignete sich um 17.18 Uhr Ortszeit. Die Tsunami-Warnung gilt für die Präfekturen Iwate, Fukushima, Aomori und Ibaraki. Das zuständige US-Tsunami-Warnzentrum hatte zunächst keinen pazifikweiten Alarm ausgelöst, später aber die Warnung auf die ganze Pazifikküste ausgeweitet, wie verschiedene Medien berichteten. Mittlerweile wurde die Tsunami-Warnung aber aufgehoben.

Beben auch in Tokio zu spüren

Nach ersten Erkenntnissen sollen die von Tokyo Electric Power betriebenen Atomkraftwerke keine Schäden erlitten haben. Dazu gehört auch der Reaktor Fukushima Dai-Ichi. Das erklärte TEPCO-Sprecher Takeo Iwamoto.

Nach Angaben eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP war das Erdbeben auch in der hunderte Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio zu spüren. Es habe Gebäude erzittern lassen. «Das hat schon ein bisschen gerappelt, aber nicht viel mehr, als wenn ein Bus vorbeifährt. Wenn man in einem hohen Gebäude ist, spürt man das aber natürlich viel stärker», berichtete der Deutsche Thomas Karsten aus Tokio. Der japanische Sender NHK unterbrach wegen des Bebens sein normales Programm. Das Zentrum des Bebens lag rund zehn Kilometer unter dem Meeresboden vor der Küste der Präfektur Miyagi.

Die Katastrophenregion im Nordosten der Insel war am 11. März 2011 von einem Beben der Stärke 9,0 und einem riesigen Tsunami schwer verwüstet worden. Tausende kamen ums Leben, in Fukushima ereignete sich eine Atomkatastrophe. Auch dort warnen die Behörden jetzt vor einem Tsunami von einem halben Meter Höhe, wie der TV-Sender NHK meldete.

Aufnahmen aus der Redaktion Kyodo während des Bebens:

(Quelle: YouTube/KyodoNews)

Die Breaking News auf CNN:

(Video: Youtube/CNN) (jam/sda/dapd)

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