Simbabwe: Tsvangirai will Freiheit für politische Gefangene
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SimbabweTsvangirai will Freiheit für politische Gefangene

Einen Tag vor seiner Vereidigung als erster Ministerpräsident von Simbabwe hat der bisherige Oppositionsführer Morgan Tsvangirai die sofortige Freilassung von politischen Gefangenen verlangt.

Gleichzeitig benannte er 21 Mitglieder seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) als Kabinettsmitglieder. Neben der MDC ist auch die ZANU-PF von Präsident Robert Mugabe in der neuen Regierung vertreten.

Trotz der vereinbarten Bildung einer Einheitsregierung sind immer noch zahllose Mitglieder der Opposition und Menschenrechtsaktivisten im Gefängnis. «Wir bestehen darauf, dass diese Leute vor dem Ereignis morgen freigelassen werden», sagte Tsvangirai am Dienstag vor Journalisten in Harare.

Zu den nominierten Ministern seines Kabinetts gehört auch Tendai Biti, gegen den erst in der vergangenen Woche ein Hochverratsprozess eingestellt wurde. Biti soll das Finanzressort übernehmen. Tsvangirai sagte, seine Regierung werde sich darauf konzentrieren, «unser Land wiederaufzubauen». Er versprach Pressefreiheit und andere demokratische Grundrechte und die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien.

«Wir sind uns der Einschränkungen bewusst», sagte Tsvangirai zu den Bedingungen der neuen Regierung, die neben dem langjährigen Präsidenten Mugabe ihre Arbeit aufnehmen soll. «Wir sind uns aber auch der Möglichkeiten bewusst», fügte Tsvangirai hinzu. «Ich hoffe, dass die Skeptiker am Ende des Tages verstehen werden, warum wir dies in dieser politischen Umgebung getan haben.»

Auf die Menschenrechtsorganisation Amnesty International rief am Montag zur Freilassung von politischen Gefangenen auf. Nahezu ein Jahrzehnt lang habe das Volk von Simbabwe unermessliches Leid ertragen, sagte der Simbabwe-Experte von Amnesty, Simeon Mawanza. (dapd)

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