Militärvelo modern: Tüftler bauen Militärvelo zum Elektrobike um
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Militärvelo modernTüftler bauen Militärvelo zum Elektrobike um

Ein Elektro-Ingenieur und ein Army Shop-Besitzer verhelfen einem hundertjährigen Militärvelo zu neuem Schwung – mit einem eingebauten Elektromotor.

von
smü

Das Schweizer Militärvelo geniesst Kultstatus und ist entsprechend schwer zu kriegen: Liebhaber bieten auf Online-Auktionsplattformen viel Geld, um eines der begehrten Originale ihr Eigen nennen zu können. Ab 1905 waren die Schweizer Soldaten auf ihren Drahteseln unterwegs, rund 68`000 Stück wurden produziert. Eines dieser Originale haben zwei Tüftler nun in die Moderne transferiert: mit einem Elektromotor.

Elektro-Militärvelo könnte in Serienproduktion gehen

Das Ordonnanzrad 05 ist damit das wohl schnellste Militärvelo der Schweiz. «Ich musste jede Schraube polieren, damit ich alle Originalteile übernehmen konnte», sagt der Berner Elektro-ingenieur Reto Böhlen. Armeemässig gut getarnt baute er einen Radnabenmotor ein – sobald man zu treten beginnt, unterstützt einen dieser. Bis zu 25 Stundenkilometer schnell fährt das Elektro-Militärvelo. «Das ideale Tempo, um zu cruisen», sagt Böhlen. Der Elektroingenieur entwickelte vor gut 20 Jahren das erste Elektrovelo der Schweiz mit, welches heute unter dem Namen «Flyer» bekannt ist.

Rund 3000 Franken und zwei Wochen Arbeit haben Böhlen und Velo-Besitzer Fritz Dick in die Umrüstung des Drahtesels gesteckt. «Entstanden ist eine richtige Weltpremiere», sagt Fritz Dick. Er betreibt einen Army Shop und will das Velo Militär-Liebhabern bis am 14. Juni an der Armee-Messe in der Seelandhalle in Lyss präsentieren. Mit einer Probefahrt können allerdings die wenigsten Besucher rechnen. «Dafür ist das Velo zu wertvoll», sagt Reto Böhlen. Die beiden Tüftler wollen an der Messe das Interesse der Besucher abschätzen: «Wenn eine grosse Nachfrage besteht, überlegen wir uns, in Serienproduktion zu gehen.»

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