Aktualisiert 13.11.2007 17:01

Türkei baut Industriepark in der Westbank

Der israelische Staatspräsident Schimon Peres und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas haben in Reden vor dem türkischen Parlament zu einem Friedensschluss in Nahost aufgerufen. Derweil sicherte die Türkei ihre Unterstützung beim Bau einer Industriezone in Ramallah zu.

Bei dem als historisch bezeichneten Auftritt vor den Abgeordneten sagte beide Politiker, die Chance der für Ende November geplanten Nahostkonferenz in Annapolis (US-Bundesstaat Maryland) müsse ergriffen werden. Es war die erste Rede eines israelischen Staatspräsidenten vor dem Parlament eines Staates mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.

Israel wolle den Konflikt mit den Palästinenser beenden, sagte Peres. Er rief dazu auf, gegen Terrorismus vorzugehen. Für Terror gebe es kein moralisches Fundament. Die Türkei sei in der islamischen Welt ein Vorbild und bei Bemühungen um Frieden ein Partner. «Europa braucht die Türkei nicht weniger, als die Türkei Europa braucht», sagte Peres.

Abbas rief zu maximalen Anstrengungen auf, um eine historische Gelegenheit für einen Friedensschluss nicht verstreichen zu lassen. Als Hindernisse für einen Frieden nannte er den jüdischen Siedlungsbau im Westjordanland, die fortgesetzte Inhaftierung von Palästinensern in Israel und den Bau der israelischen Sperranlage im Westjordanland. Die Demokratie in der Türkei bezeichnete Abbas als Vorbild für die Palästinenser.

Gemeinsame Industriezone

Zuvor vereinbarten sie, mit türkischer Hilfe im Westjordanland ein gemeinsames Industriegebiet zu bauen. Es soll bei Ramallah entstehen und Platz für 200 Firmen mit 5000 Arbeitsplätzen bieten. Es soll nach dem Muster der früheren Wirtschaftszone Eres am gleichnamigen Übergang von Israel in den Gazastreifen entstehen.

Diese war nach dem Abzug der israelischen Armee aufgegeben und dann von Palästinensern geplündert worden. Pläne für einen Wiederaufbau mit türkischer Hilfe wurden auf Eis gelegt, nachdem die radikal-islamische Hamas die Kontrolle im Gazastreifen übernommen hatte.

Das nun geplante Industriegebiet soll in Tarkumia bei Ramallah auf palästinensischem Boden entstehen. Den Platz haben die Palästinenser ausgewählt.

Israel stellt einen Zugang zu Energie und technischer Infrastruktur sicher und muss zudem garantieren, dass der Im - und Export der Produkte nicht behindert wird. Es gibt bereits Pläne für ein zweites Industriegebiet bei Dschenin im nördlichen Westjordanland.

(sda)

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