Syrien: Türkei greift bei Aleppo US-Verbündete an
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SyrienTürkei greift bei Aleppo US-Verbündete an

Der Beginn der Waffenruhe in Aleppo wird von türkischen Luftangriffen auf kurdische Rebellen überschattet. Im Norden der Stadt kam es zudem zu einem Schusswechsel.

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Als Terrororganisation eingestuft: Ankara nimmt die syrisch-kurdischen Truppen in Syrien ins Visier. (Archivbild)

Als Terrororganisation eingestuft: Ankara nimmt die syrisch-kurdischen Truppen in Syrien ins Visier. (Archivbild)

Keystone/AP Photo/Emrah Gurel

Die türkische Luftwaffe hat bei einem Angriff nördlich der umkämpften Stadt Aleppo bis zu 200 syrisch-kurdische Kämpfer getötet. Die Flugzeuge hätten in der Nacht 18 Ziele der Rebellen in der Region Maarat Umm Hausch ins Visier genommen, berichtete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Kurdenmilizen haben die Angaben über hohe Verluste dementiert. Bei den türkischen Luftangriffen seien lediglich zehn Kämpfer ums Leben gekommen, sagte ein Kommandeur der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) der Nachrichtenagentur AP. Der Kurdenkommandeur erklärte, dass die türkischen Luftangriffe immer noch weitergingen.

Gut ausgebildete Rebellengruppe

Die USA sehen in den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) in Syrien die effektivste Kraft im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Die gut ausgebildete und organisierte Rebellengruppe ist seit 2015 Partner der USA im Kampf gegen die Extremisten. Damals befreiten sie die Stadt Kobane.

Ankara betrachtet die syrisch-kurdischen Truppen dagegen als Ableger der als Terrororganisation eingestuften Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in der Türkei. Diese hatte in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Anschlägen in der Türkei verübt.

Russische und syrische Luftangriffe gestoppt

Ende August hatte US-Verteidigungsminister Ashton Carter die Regierung in Ankara und die kurdischen Kämpfer aufgefordert, sich nicht länger zu bekämpfen. Sonst litten die Bemühungen, den IS zu zerschlagen.

In Aleppo selbst trat um 08:00 Uhr eine elfstündige Waffenruhe in Kraft. Das hatte Russland am Mittwoch angekündigt. Zuvor waren bereits die Luftangriffe der russischen und syrischen Kampfflugzeuge gestoppt worden.

Neue Gewalt in Aleppo

Kurz nach dem Beginn der Waffenruhe kam es zu einem Schusswechsel zwischen Soldaten des Regimes und Rebellen gegeben. Beide Seite machten sich gegenseitig für die neue Gewalt verantwortlich.

Nach einem Treffen in Berlin sagte der französische Präsident François Hollande am frühen Donnerstagmorgen, das wichtigste sei ein Ende der Bombardements russischer und syrischer Flugzeuge. Was in Aleppo passiere, sei ein Kriegsverbrechen. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte, Russland könnte die Luftangriffe dauerhaft einstellen. «Wir sind bereit, das zu tun, so lange es keine Kämpfe mit eingeschlossenen Rebellengruppen in Aleppo gibt», sagte er.

Assad bezeichnet Weisshelme als Terroristen

In der Stadt belagern syrische Truppen mit russischer Unterstützung Rebellen in den östlichen Vierteln. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind zur humanitären Versorgung der Bevölkerung mindestens 48 Stunden Waffenruhe nötig. Experten mutmassen, dass Russland und Syrien einen dauerhaften Waffenstillstand so lange hinauszögern, bis sie die Rebellengebiete erobert haben.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad bezeichnete die syrische Rettungsgruppe Weisshelme als verkappte Terroristen. Die Gruppe bestehe aus «aufgehübschten» Extremisten mit Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida, sagte Assad dem Schweizer Fernsehsender SRF.

Im September hatte Assad der mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichneten Gruppe in einem Interview der Nachrichtenagentur AP vorgeworfen, dass sie nur Aktionen syrischer und russischer Militärs kritisiere, nicht aber Terroristen. Die Bezeichnung Terroristen benutzt Assad für alle Gegner seiner Regierung. (ij/sda/dapd)

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