Aktualisiert

Türkei macht Kindern den Prozess

In Diyarbakir im Südosten der Türkei hat heute Montag ein Prozess gegen mehrere Dutzend Kinder und Jugendliche begonnen. Die Staatsanwaltschaft fordert für die Zwölf- bis 18- Jährigen Haftstrafen von jeweils bis zu 24 Jahren.

Ihnen wird unter anderem Mitgliedschaft in einer verbotenen Vereinigung vorgeworfen, weil sie Ende März an gewalttätigen Kurdendemonstrationen teilgenommen hatten. Auch 185 Erwachsene sind angeklagt.

Die türkischen Behörden hatten die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für die Kurdenunruhen verantwortlich gemacht, bei denen 16 Menschen ums Leben kamen.

Die Organisatoren der Demonstrationen hätten Kinder und Jugendliche in die ersten Reihen der Kundgebungsteilnehmer geschickt, um ein Eingreifen der Sicherheitskräfte zu erschweren, begründeten die Behörden die Anklagen.

Zum Prozessauftakt am Montag wurden zunächst 23 Kinder und Jugendliche dem Richter vorgeführt. Die restlichen der insgesamt 80 minderjährigen Angeklagten sollten im Laufe der Woche folgen.

Zugelassen zu den Anhörungen waren nur die Eltern. Anwälte der Angeklagten sagten, sie erwarteten, dass einige ihrer Mandanten gegen Kaution freikämen.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.