Aktualisiert 18.03.2020 16:23

FlüchtlingskriseTürkei schliesst die Grenzen zur EU

Ab Mitternacht wird der Flüchtlingsstrom in die EU gestoppt: Die Türkei wird ihre Grenzen zu Griechenland und Bulgarien wieder schliessen.

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Seit die Türkei die Grenzen geöffnet hat, kamen allein am Sonntag über 1000 Flüchtlinge und Migranten auf den griechischen Inseln in der östlichen Ägäis an.

Seit die Türkei die Grenzen geöffnet hat, kamen allein am Sonntag über 1000 Flüchtlinge und Migranten auf den griechischen Inseln in der östlichen Ägäis an.

Michael Varaklas
Nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes vor Lesbos kam laut Küstenwache ein Kind ums Leben. 46 Menschen seien gerettet und zwei Kinder ins Spital gebracht worden.

Nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes vor Lesbos kam laut Küstenwache ein Kind ums Leben. 46 Menschen seien gerettet und zwei Kinder ins Spital gebracht worden.

Alkis Konstantinidis
Aufgebrachte Einwohner hinderten am Sonntag rund 25 Migranten oder Flüchtlinge vorübergehend daran, aus einem Schlauchboot im kleinen Hafen von Thermi an Land zu gehen. «Go back to Turkey!» («Geht zurück in die Türkei»), riefen sie. Es kam zu Attacken auf NGO-Mitarbeiter und ...

Aufgebrachte Einwohner hinderten am Sonntag rund 25 Migranten oder Flüchtlinge vorübergehend daran, aus einem Schlauchboot im kleinen Hafen von Thermi an Land zu gehen. «Go back to Turkey!» («Geht zurück in die Türkei»), riefen sie. Es kam zu Attacken auf NGO-Mitarbeiter und ...

Alkis Konstantinidis

Der Grenzübergang der Türkei zu Griechenland und Bulgarien wird ab Mitternacht für Reisende geschlossen. Das berichtet Nachrichtenagentur DHA unter Berufung auf das Innenministerium.

Der Entschied wurde einen Tag nach der Besprechung des türkischen Präsidentes Recep Tayyip Erdogan mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie den britischen Premierminister Boris Johnson. Beim Gespräch wurde über eine Überarbeitung des Flüchtlingsabkommens zwischen der Türkei und der EU aus dem Jahr 2016 debattiert, hiess es in türkischen Regierungskreisen. Es wurde beraten, welche Unterstützung der Türkei gewährt werden könne.

Flüchtlingsstrom aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und Afrika

Nach dem Abkommen von 2016 soll die Türkei die Flüchtlinge an einer Weiterreise in die EU hindern und im Gegenzug sechs Milliarden Euro an Hilfe erhalten. Allerdings hatte die Regierung in Ankara Ende Februar erklärt, sie werde die Flüchtlinge nicht mehr an einer Weiterreise in die EU hindern. Zehntausende Migranten haben seither versucht, in den EU-Staat Griechenland zu gelangen. Die griechischen Sicherheitskräfte halten sie auch durch den Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern davon ab.

Die Türkei hat bereits 3,6 Millionen Flüchtlinge aus ihrem Nachbarland Syrien aufgenommen. Hinzu kommen zahlreiche Migranten aus Afghanistan, Pakistan und Afrika. Ausserdem sind in der nordwestsyrischen Provinz Idlib Hunderttausende Syrer auf der Flucht vor der heranrückenden Regierungsarmee. Die Türkei befürchtet, dass zusätzlich drei Millionen Menschen aus Syrien ins Land gelangen wollen und hat die Grenze abgeriegelt.

Vergangene Woche war Erdogan zu Beratungen mit den EU-Spitzen in Brüssel und wurde dazu aufgefordert, die Flüchtlinge nicht mehr zu ermutigen, an die griechisch-türkische Grenze zu gehen.

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