14.03.2018 21:21

Geheimtreffen auf FriedhofTürkei wollte Schweizer Manager entführen

Türkische Diplomaten standen kurz davor, einen Geschäftsmann aus dem Kanton Zürich zu betäuben und zu verschleppen.

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20M
Die Botschaft der Türkei in Bern hat bislang nicht auf eine Anfrage reagiert. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Die Botschaft der Türkei in Bern hat bislang nicht auf eine Anfrage reagiert. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Keystone/Peter Klaunzer

Im Sommer 2016 bereiteten hochrangige Mitarbeiter der Botschaft der Türkei in Bern die Entführung eines schweizerisch-türkischen Doppelbürgers minutiös vor. Sie wollten den Mann in der Nähe von Zürich mit K.-o.-Tropfen betäuben und dann verschleppen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Bilder belegen ein Geheimtreffen auf einem Friedhof im Zürcher Oberland. Mit dabei war demnach Haci Mehmet Gani, der auf einer Liste des schweizerischen Aussendepartements als Nummer zwei der Türkei in der Schweiz geführt wird.

Beim avisierten Opfer handelt es sich um einen verheirateten Familienvater, der schon lange im Kanton Zürich lebt. Der angesehene Geschäftsmann hatte auch in der Türkei einen guten Ruf. Weil er aber in der Bewegung des islamischen Predigers Fetullah Gülen aktiv ist, geriet er wie viele andere Unbescholtene nach dem Putschversuch 2016 ins Visier von Anhängern des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Die Bundesanwaltschaft bestätigt dem «Tages-Anzeiger», dass sie in der Sache wegen politischen Nachrichtendiensts und versuchter Entführung durch einen Staat ins Ausland ermittelt. Allerdings sind die Beschuldigten wohl durch diplomatische Immunität geschützt. Die Botschaft der Türkei in Bern hat bislang nicht auf eine Anfrage reagiert.

Übernommen von «Tages-Anzeiger», bearbeitet durch 20 Minuten.

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