Toter Berkin Elvan: Türken in der Schweiz gehen auf die Strasse
Aktualisiert

Toter Berkin ElvanTürken in der Schweiz gehen auf die Strasse

Nach dem Tod eines 15-Jährigen laufen die Regierungsgegner in der Türkei Sturm. Aber auch in der Schweiz zeigen Türken ihren Unmut. Am Mittwoch fanden in mehreren Schweizer Städten Demos statt.

Der Tod eines Jugendlichen in der Türkei im Zusammenhang mit den Anti-Regierungs-Protesten hat auch in der Schweiz zu mehreren Kundgebung geführt: Rund 200 Personen, die meisten alevitischer und kurdischer Abstammung, marschierten am Mittwochabend in Zürich mit Fackeln, Fahnen und Transparenten zum türkischen Konsulat. Sie hielten Bilder des verstorbenen Berkin Elvan in die Höhe. «Wir demonstrieren gegen Erdogan und sein falsches Spiel. Es kann nicht sein, dass nun auch noch Kinder ihr Leben lassen müssen», sagte ein Demonstrant gegenüber 20 Minuten. Zur Demo sei über Facebook aufgerufen worden. Gemäss einem Leserreporter sei der Umzug bei der Rathausbrücke gestartet und habe sich vor dem Konsulat aufgelöst.

Auch in Bern gingen mehrere Dutzend Türken auf die Strasse. Sie versammelten sich um 19 Uhr bei der Heiliggeistkirche und marschierten im Anschluss die Marktgasse hinunter. Dabei sollen sie laute Parolen gerufen haben: «Die Masse verhielt sich friedlich aber man hörte den Demonstranten an, dass sie verärgert sind», sagt Leserreporter Christoph.

Auch in der Welschschweiz protestieren Menschen gegen Erdogan. Rund 70 Personen gingen in Lausanne auf die Strasse. Zu der Kundgebung aufgerufen hatten neben anderen Vereinigungen von Kurden und Aleviten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich am frühen Abend auf der Place St. Laurent im Zentrum von Lausanne.

Die Sympathisanten der türkischen Oppositionsbewegung trugen Plakate mit französischsprachigen Slogans wie «Widerstand ist überall».

In der Türkei kam es am Mittwoch zu Grossdemonstrationen, weil ein im Sommer an einer Kundgebung von der Polizei verletzter Jugendlicher gestorben war. Die Proteste richten sich gegen die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

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