Samenspende: Türken nicht willkommen

Aktualisiert

SamenspendeTürken nicht willkommen

Abfuhr für Radio-105-Komiker Müslüm: Als Türke durfte er kein Sperma spenden. Der Chef der Fruchtbarkeitsklinik erklärt, weshalb.

von
Deborah Rast

«Ich will Samen spenden, weil der Frühling gekommen ist.» Mit diesem Wunsch rief der Radio-105-Komiker Müslüm bei der Schaffhauser Fruchtbarkeitsklinik von Dr. Peter Fehr an. Doch der Klischee-«Türke» musste eine herbe Enttäuschung hinnehmen. «Normalerweise haben wir nur Schweizer Spender», beschied ihm die Praxisassistentin. Selbst Müslüms Eigenlob, «mein Samen ist so fruchtbar, ich könnte mit einem einzigen Tropfen den ganzen Amazonas befruchten», liess sie kalt. Man wolle in der Praxis schliesslich eine seriöse Arbeit machen.

Der Leiter der Klinik, Peter Fehr, bestätigt, dass es Türken als mögliche Spermaspender bei ihm schwer haben: «Wir haben fast ausschliesslich Spender aus Mitteleuropa.» Dieses Auswahlverfahren sei aber nicht im Geringsten rassistisch, sondern habe mit seinen Patienten zu tun: «90 Prozent davon sind Paare aus dem Schweizer Mittelstand. Diese wollen sichergehen, dass der Spender aus dem gleichen Kulturkreis kommt, damit das Baby seinen künftigen Eltern ähnlich sieht», so Fehr. Immer wieder liessen sich Paare explizit bestätigen, dass der Spender nicht aus dem Balkan oder der Türkei stamme. «Gehören die Paare einer anderen Ethnie an, verweise ich sie meist an eine andere Klinik», so Fehr.

Der Sprecher des Vereins Kinderwunsch, Conrad Engler, hält Fehrs Kriterien für absolut sinnvoll. «Sie entsprechen zudem den gesetzlichen Vorgaben», betont er.

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