Lieberman: «Türken sollen sich entschuldigen»
Aktualisiert

Lieberman«Türken sollen sich entschuldigen»

Das letzte von Israel beschlagnahmte Schiff ist unter grossem Jubel nach Istanbul zurückgekehrt. Aussenminister Liebermann erteilte weiteren Forderungen der Türkei eine Abfuhr.

Sieben Monate nach einer israelischen Kommandoaktion gegen eine Hilfsflotte für den Gazastreifen ist die «Mavi Marmara», das Schiff, das Schauplatz des Blutvergiessens mit neun toten Aktivisten war, am Sonntag wieder in die Türkei zurückgekehrt. Tausende propalästinensische Aktivisten versammelten sich in dem Istanbuler Hafen Sarayburnu und begrüssten die «Mavi Marmara» mit palästinensischen und türkischen Fahnen. Sie riefen «Allah ist gross» und «Nieder mit Israel». Das Schiff war mit Postern geschmückt, auf denen die neun getöteten türkischen Aktivisten zu sehen waren.

Israel wollte die Schiffe daran hindern, die Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Nach der blutigen Kommandoaktion, bei der die israelischen Soldaten nach eigenen Angaben an Bord der «Mavi Marmara» in Selbstverteidigung das Feuer eröffneten, war das Schiff beschlagnahmt worden. Nach dem international scharf kritisierten militärischen Eingreifen lockerte Israel die Blockade ein wenig.

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Die türkische Regierung beteuerte unterdessen ihre Absicht, ihre Beziehungen zu Israel zu kitten. Zuvor müsse sich die Regierung in Jerusalem aber für den tödlichen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte entschuldigen und eine Entschädigung anbieten, sagte Aussenminister Ahmet Davutoglu. «Wir haben die Absicht, mit Israel Frieden zu schliessen», wurde er am Samstag von der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu zitiert. Sowohl die EU als auch die USA haben beide Seiten aufgerufen, die Spannungen zu überwinden, um die Friedensbemühungen im Nahen Osten zu unterstützen.

Lieberman: Türken sollten sich entschuldigen

Der israelische Aussenminister Avidgor Lieberman wies die türkische Forderung nach einer Entschuldigung zurück. Vielmehr sollte sich die türkische Regierung dafür entschuldigen, «den Terror zu unterstützen», sagte er am Sonntag. Er bezog sich auf die türkische Hilfsorganisation, die die Hilfsflotte organisierte, und auf die militanten Gruppen Hamas und Hisbollah.

Das Verhältnis zwischen Israel und der Türkei hatte sich nach dem Angriff auf die Hilfsflotte für den Gazastreifen verschlechtert. Die Türkei zog nach den Ereignissen ihren Botschafter aus Tel Aviv ab. Als Bedingung für die Beilegung des Streits forderte Israel von der Türkei die Rückkehr des Botschafters und dass Ankara den Zwischenfall nicht mehr international zum Thema mache. Die Türkei verlangt von Israel neben einer Entschuldigung eine Entschädigung der Hinterbliebenen der Opfer. (dapd)

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