Aktualisiert 07.03.2005 00:45

«Türkenlädeli» billiger als die Grossverteiler

Von Ausländern geführte Quartierläden bieten Früchte, Gemüse und Fleisch zu Tiefstpreisen an. Da können Migros und Coop trotz Grössenvorteilen oft nicht mithalten.

Das Kilo Äpfel kostet 1.10 Franken statt 3.80 oder 3.90. Das gefrorene Schweizer Poulet ist im Fermo-Market in Zürich Affoltern für 2.20 Franken zu haben – bei Migros und Coop zahlt der Kunde mehr als das Dreifache. Dies berichtete gestern die «SonntagsZeitung». Die Preise von drei Quartierläden aus Bern, Basel und Zürich wurden mit denen der Grossverteiler verglichen. Migros und Coop begründen die höheren Preise mit ihren Lohn-, Logistik- und Mietkosten für die Vollsortimente. Allein daran scheint es aber nicht zu liegen: Während die grossen Ketten ihre Verkaufsmargen nicht bekannt geben, sagt Turac Aslan vom Carmen-EGE-Laden in Kleinbasel, dass er sich mit einer Marge von 10 bis 15 Prozent gerne zufrieden gibt.

Der Anteil der Schweizer Kunden steige in ihren Geschäften, beobachten die Ladenbesitzer, die aus der Türkei, Sri Lanka oder Indien stammen und sich hier mit Begeisterung und Engagement eine Existenz aufgebaut haben. Mit ihrer Arbeitseinstellung seien sie vielen Schweizern überlegen, wird Reiner Eichenberger, Finanzexperte der Uni Freiburg, zitiert.

Was die Qualität angeht, wird den Mini-Läden von der Lebensmittelkontrolle ein gutes Zeugnis ausgestellt.

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