Aktualisiert

Kurz vor ProzessTürkische Polizei findet Cendrims Waffe

Über zwei Jahre nach einem Terror-Anschlag in der Türkei fand die Polizei nun eine Tatwaffe. Als Haupttäter gilt der Islamist Cendrim R., der im Aargau aufwuchs.

von
vro

In der anatolischen Provinz Nide kamen im März 2014 zwei Polizisten und eine weitere Person ums Leben. Sie wurden Opfer eines terroristischen Anschlags. Die Täter wurden kurz darauf verhaftet. Im Mittelpunkt der Ermittlungen: Islamist Cendrim R., aufgewachsen im aargauischen Brugg. Der damals 23-Jährige sitzt noch immer in Haft, sein Prozess wurde mehrere Male verschoben. Am Mittwoch soll ein neuer Versuch gestartet werden.

Jetzt, kurz vor der erneuten Gerichtsverhandlung, sind die Ermittler in der Türkei einen Schritt weiter gekommen. Pilzsammler hätten in derselben Region, in der der Anschlag verübt wurde, eine Waffe und ein Kommunikationsgerät gefunden, schreibt «Hürriyet Daily News». Die Finder alarmierten daraufhin die Polizei, welche die Gegenstände den Attentätern zuordnete.

«Diese drei sind nicht einmal Tiere»

Der Anschlag im März 2014 gilt als der erste IS-Anschlag in der Türkei. Haupttäter soll der aus Mazedonien stammende und in der Schweiz aufgewachsene Cendrim R. sein. Er soll mit einem deutsch-chinesischen und einem mazedonischen Komplizen in einem Pick-up auf eine Strassensperre der Polizei zugefahren und das Feuer eröffnet haben. Drei Personen starben, fünf wurden verletzt.

R. soll zudem einen Anschlag in Istanbul geplant haben. Bei der Befragung zeigte er keine Reue. Sein Prozess ist für Mittwoch angesetzt, nachdem er mehrere Male verschoben wurde. Einmal fehlten Berichte. Ein anderes Mal traten die drei Anwälte der Angeklagten zurück. Ihre Begründung: «Sogar Tiere werden verteidigt. Doch diese drei sind nicht einmal Tiere. Sie sind nicht menschlich.»

Deine Meinung