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Ärger mit ErdoganTürkischer Fussballheld ist jetzt Uber-Fahrer

Einst liess er mit seinen Toren die ganze Türkei jubeln, heute lebt er mittellos in den USA, fährt Taxi und verkauft Bücher. Er hat sich mit den Falschen angelegt.

von
ak/tzi
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Hakan Sükür ist Rekordtorschütze der Türkei und heute Uber-Fahrer. Dabei hätte er ein Millionen-Vermögen, doch das ist eingefroren.

Hakan Sükür ist Rekordtorschütze der Türkei und heute Uber-Fahrer. Dabei hätte er ein Millionen-Vermögen, doch das ist eingefroren.

AP/Amel Emric
An der WM in Japan und Südkorea 2002 belegte Sükür (l.) mit der Türkei Rang 3. Die Spieler wurden in der Heimat zu Volkshelden.

An der WM in Japan und Südkorea 2002 belegte Sükür (l.) mit der Türkei Rang 3. Die Spieler wurden in der Heimat zu Volkshelden.

Getty Images/Gary M. Prior
Mit Galatasaray Istanbul gewann er 2000 den Uefa-Cup, den Vorläufer der Europa League.

Mit Galatasaray Istanbul gewann er 2000 den Uefa-Cup, den Vorläufer der Europa League.

Getty Images/Professional Sport

2002 führte er die Türkei sensationell zu Platz 3 an der WM in Japan und Südkorea, in 112 Länderspielen glänzte er mit 51 Toren. Er spielte in Italien, England und in der Champions League. Hakan Sükür, der «Löwe vom Bospurus», war ein gefeierter Volksheld in der Türkei – ehe er in die Politik ging und sich später mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan anlegte.

Es kam zum offenen Streit zwischen den beiden «Partei-Freunden», Sükür zog sich aus der Politik zurück – und lebt heute in den USA, muss sich mit Uberfahren und dem Verkauf von Büchern über Wasser halten. Sein Vermögen in der Türkei ist eingefroren.

«Erdogan nahm mir alles», klagt der 48-jährige Ex-Stürmer im Interview mit der «Bild». «Mein Recht auf Freiheit, das Recht, mich zu erklären, mich zu äussern, das Recht auf Arbeit. Ich habe in der Türkei Besitz im Wert von Dutzenden Millionen Dollar. Aber es wurde alles konfisziert. Sie haben sogar meinen Vater eingesperrt.»

Vater eingesperrt, Kinder belästigt

2015 trat Sükür den Weg ins Exil in die USA an. «Die Boutique meiner Frau wurde mit Steinen beworfen, auf der Strasse wurden meine Kinder belästigt», erinnert er sich an die letzten Tage in seiner Heimat. «Nach jeder Äusserung, die ich gemacht hatte, erhielt ich Drohungen.»

Seine Eltern musste er zurücklassen, sein Vater wurde kurz darauf eingesperrt. «Er bekam im Gefängnis Krebs, seine Halsschlagader war verengt, nur deswegen wurde er entlassen. Der Prozess gegen ihn läuft weiter, er steht jetzt unter Hausarrest.» Auch seine Mutter sei an Krebs erkrankt, so Sükür weiter.

«Verräter und Terrorist»

Erdogan wirft Sükür vor, ein «Verräter und Terrorist» zu sein und beim Putsch 2016 eine Rolle gespielt zu haben. Ein Vorwurf, den der ehemalige Fussball-Held, der selbst aus seinem Club Galatasaray, für den er 13 Jahre stürmte, ausgeschlossen wurde, nicht gelten lässt: «Ich bin gegen jede Art von bewaffnetem Putsch», erklärt er.

Benutzt Erdogan den Sport für seine Politik? «Ja», ist sich Sükür sicher. «Gerade der Fussball ist in der Türkei, wie viele andere Bereiche auch, nicht frei und nicht autonom.»

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