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RabiatTürsteher bricht Gast das Schienbein

Weil er die Garderobennummer nicht mehr hatte und seine Jacke dennoch wollte, wurde Coskun Ediz von einem Türsteher brutal attackiert. Seither liegt er im Spital.

von
Annette Hirschberg
Coskun Ediz hat grosse Schmerzen: Er erlitt einen komplizierten dreifachen Schienbeinbruch.

Coskun Ediz hat grosse Schmerzen: Er erlitt einen komplizierten dreifachen Schienbeinbruch.

Feuchtfröhlich verbrachte Coskun Ediz (25) die Nacht auf Samstag im Zürcher Escherwyss Club. Doch der Abend nahm eine brutale Wende, als er gegen vier Uhr morgens seine Jacke holen wollte. «Ich hatte die Garderobennummer verloren und konnte meine Jacke nur noch beschreiben», erzählt Ediz gegenüber 20 Minuten Online.

Obwohl ihm die Leute von der Garderobe die richtige Jacke brachten, wollten sie sie ihm nicht geben. «Nicht einmal als ich meinen Hausschlüssel beschrieb, der in der Tasche war», erzählt Ediz. Da sei er wütend geworden und habe die Garderobenleute laut aufgefordert, ihm seine Jacke zu geben. Sofort eilte ein Sicherheitsmann herbei und packte Ediz wortlos von hinten. «Er griff mit der Hand in meinen Nacken und trat mir mit dem Fuss gegen das Bein», erzählt Ediz. Er habe sofort gespürt, wie sein Bein brach, und sei stöhnend umgefallen.

Vor dem Club liegen gelassen

«Ich schrie: ‹Mein Bein ist gebrochen!›, doch der Security glaubte mir nicht», erzählt Ediz aufgebracht. Der Bodyguard habe nach ihm gegriffen, ihn auf die Beine gestellt und ihn dazu gezwungen zu laufen. Als er wieder hinfiel, habe er ihn am verletzten Bein gehalten und ihn getreten. «Er sagte, ich solle aufhören, zu simulieren, dabei hatte ich grosse Schmerzen», so Ediz. Dann rief der Sicherheitsmann einen Kollegen herbei und gemeinsam packten sie den 25-Jährigen unter den Achseln und schleppten ihn, die Beine am Boden nachschleifend, nach draussen. «Ich sagte, ich hätte Schmerzen, aber das ignorierten sie», sagt Ediz. Immerhin riefen die Clubbetreiber darauf die Ambulanz. Doch sie liessen Ediz vor dem Club am Boden liegen, bis die Sanitäter kamen. «Von der Security kümmerte sich niemand um mich, ich lag einfach da und schrie.»

Im Escherwyss Club bestätigt man den Vorfall, stellt ihn aber anders dar. «Der Sicherheitsmann fasste ihm nur auf die Schulter, dabei fiel er aufs Gesäss», sagt Clubleiter Marco Cereda. Er bestätigt gegenüber 20 Minuten Online, dass Coskun Ediz gesagt habe, sein Bein sei gebrochen. «Wir waren aber überzeugt, er simuliert.» Die Sicherheitsleute hätten Ediz darauf vor den Club getragen und dort beobachtet, bis die Ambulanz kam. Für Clubleiter Cereda ist es nicht möglich, dass der Sicherheitsmann Ediz das Bein gebrochen hat. «Vielleicht ist das beim Umfallen passiert, er war ziemlich betrunken», so Cereda.

Es muss nochmals operiert werden

Coskun Ediz hat einen komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch* davongetragen. Im Spital wurde er bereits einmal operiert und lag zunächst auf der Intensivstation. Doch die Ärzte sind mit dem Ergebnis der ersten Operation nicht zufrieden. «Jetzt muss ich wahrscheinlich nochmal unters Messer», sagt Ediz, der immer noch grosse Schmerzen hat.

Die Wut des 25-Jährigen auf den Betreiber und die Sicherheitsleute des Clubs ist gross. Bei der Polizeistation Aussersihl hat er telefonisch bereits eine Anzeige eingereicht. «Jetzt müssen nur noch die Beamten vorbeikommen und die Details aufnehmen.»

*Update am 29. März 2011: Der Bruch wurde ursprünglich als dreifacher Schienbeinbruch beschrieben, es handelt sich allerdings um einen komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch

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