Luzern: Türsteher fügt Gast mehrere Knochenbrüche zu

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Kriminalgericht LuzernTürsteher schlägt Kopf von Gast mit voller Wucht mehrmals auf Asphalt

Bei einer Auseinandersetzung im Januar 2022 hat ein Türsteher in Luzern einen Gast schwer verletzt. Das Opfer hatte beim Vorfall mehrere Knochenbrüche erlitten.

von
Gianni Walther
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Wegen versuchter vorsätzlicher schwerer Körperverletzung hat das Luzerner Kriminalgericht einen Mann (33) schuldig gesprochen.

Wegen versuchter vorsätzlicher schwerer Körperverletzung hat das Luzerner Kriminalgericht einen Mann (33) schuldig gesprochen.

20min/Matthias Spicher
Zwischen dem Türsteher und einem Nachtschwärmer war es im Januar 2022 zu einer Auseinandersetzung gekommen. Der Gast wurde aus dem Luzerner Restaurant Pacifico geworfen.

Zwischen dem Türsteher und einem Nachtschwärmer war es im Januar 2022 zu einer Auseinandersetzung gekommen. Der Gast wurde aus dem Luzerner Restaurant Pacifico geworfen.

20min/Sara Formentin
Dabei erlitt der Mann unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma und einen Nasenbruch. So hatte der Türsteher den Kopf des Mannes mehrfach auf den Asphalt geschlagen, als dieser am Boden lag.

Dabei erlitt der Mann unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma und einen Nasenbruch. So hatte der Türsteher den Kopf des Mannes mehrfach auf den Asphalt geschlagen, als dieser am Boden lag.

20min/Sara Formentin

Darum gehts

  • Während einer Auseinandersetzung im Januar 2022 hat ein Türsteher in Luzern einen Mann schwer verletzt.

  • Das Opfer hatte mehrere Knochenbrüche erlitten. 

  • Das Luzerner Kriminalgericht spricht den Türsteher nun schuldig und verurteilt ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe.

Für einen Nachtschwärmer wurde ein Besuch in einem Lokal in der Stadt Luzern zum Albtraum: Mitte Januar 2022 kam es im Treppenhaus des Restaurants Pacifico zu einem Streit zwischen dem Besucher und einem Türsteher. Auf die verbale Auseinandersetzung folgte ein Handgemenge. Schliesslich wurde der Gast mithilfe eines zweiten Türstehers zum Ausgang des Lokals gebracht.

Dagegen wehrte sich der Mann vehement. Der Türsteher zerrte den Gast aus dem Lokal und rang ihn zu Boden. Dabei brach sich dieser das Sprunggelenk, wie es im Urteil des Luzerner Kriminalgerichts heisst. Der «körperlich stark überlegene» Türsteher setzte sich auf den Mann, der auf dem Bauch am Boden lag und hielt ihn rund 40 Sekunden fest. Während dieser Zeit hatte sich der Gast nicht körperlich gewehrt, aber den Türsteher angeschrien und mit Beleidigungen eingedeckt.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

Kriminalgericht verurteilt Türsteher zu 18 Monaten bedingt

Dieser fühlte sich provoziert. Er packte mit beiden Händen den Kopf des Gastes, «um diesen mehrfach kurz aufzurichten und jeweils kurz, aber mit voller Wucht sowie mit dem Gesicht voran auf den Asphalt zu schlagen», so das Urteil. Zweimal schlug er direkt mit der Nase auf, zweimal konnte er den Aufprall mit einem Arm abfedern. Der Türsteher liess kurz vom Gast ab und setzte sich danach für knapp eine Minute auf dessen Bauch und hielt seine Arme fest. Während dieser Zeit schrie das Opfer weiter. Der Türsteher drückte ihm eine Pfefferspraydose ins Gesicht und nahm damit in Kauf, dass der Gast «damit Reizgasreste an der Dose in die Atemwege bekam, ohne diesen anschliessend aufsitzen, durchatmen und die Augen waschen zu lassen».

Das Resultat der Auseinandersetzung: Der Gast erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, eine Nasenspitzenfraktur, einen gelockerten Zahn sowie eine Rippen- und eine Sprunggelenkfraktur. Der Mann musste operiert werden und war knapp drei Monate arbeitsunfähig.

Die Kriminalrichterin spricht den Mann wegen versuchter vorsätzlicher schwerer Körperverletzung schuldig. Der Mann wird zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Die Probezeit beträgt drei Jahre. Auch die Verfahrenskosten muss er bezahlen. Das Urteil ist rechtskräftig. 

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