Sparrunde bei Tui Suisse: Tui will FCZ und Kloten nicht mehr sponsern
Aktualisiert

Sparrunde bei Tui SuisseTui will FCZ und Kloten nicht mehr sponsern

Tui Suisse muss mehr als 1 Million Franken sparen und wird deshalb Sponsoringverträge vorderhand nicht erneuern, betroffen sind der FCZ und die Kloten Flyers.

von
Elisabeth Rizzi
Tui Suisse erneuert den Vertrag als Hauptsponsor des FCZ vorderhand nicht.

Tui Suisse erneuert den Vertrag als Hauptsponsor des FCZ vorderhand nicht.

Tui Suisse zeichnet ein düsteres Bild von der Reisebranche. Politische Unruhen, Eurokrise und serbelnde Finanzmärkte machen dem Reiseveranstalter zu schaffen. «Aufgrund der unsicheren Perspektiven für das kommende Jahr müssen wir frühzeitig versuchen, die Kosten herunter zu fahren», erklärt Mediensprecher Roland Schmid. Der Reiseveranstalter mit dem Smiley-Logo legt seinen Mitarbeitenden deshalb unbezahlten Urlaub nahe.

Ebenfalls hat der Tour Operator beschlossen, im Rahmen seines Sparprogrammes sein Marketingbudget zu straffen. Laut dem Fachmagazin «Travel Inside» laufen sämtliche Sponsoring-Verpflichtungen aus und werden vorderhand nicht verlängert. Betroffen sind der FCZ, wo Tui Suisse Hauptsponsor ist, die Kloten Flyers und die Laureus Foundation Switzerland, eine Wohltätigkeitsstiftung im Bereich Sport. Ihre Verträge dauern bloss ein Jahr.

Mehr als eine Million Einsparungen

Schmid bestätigt gegenüber 20 Minuten Online: «Die Anpassung des Marketingsbudgets bewirkt Einsparungen von mehr als einer Million Franken.» Das ist kein Klacks: Entspricht doch der Betrag gut einem Fünftel des Betriebsergebnisses für das Geschäftsjahr 2009/2010.

Das Sparprogramm hat allerdings auch Auswirkungen auf die Geschäfte des Reiseveranstalters. Es sei noch offen, ob Tui weiter Reisepartner für den FCZ bleibe, so Schmid. Auch Fan-Reisen – wie sie Tui angeboten hatte, als der FCZ in der Champions League spielte – dürften mit dem Auslaufen des Sponsoring-Engagements ein Ende finden.

Offen ist allerdings, ob Tui wirklich so drastisch durchgreifen wird: «Definitiv werden wir 2012 entscheiden, wie es punkto Sponsoring und Marketing weiter geht», so Schmid. Ausschlaggebend seien die Zukunftsprognosen für die Reisebranche. Klar ist aber schon jetzt, dass Tui für untere Ligen weiter Reisen in Trainingslager anbietet. «Denn das hat nichts mit unseren Sponsorings zu tun», so Schmid.

Keine Nachahmer

Tui Suisse's radikale Massnahmen finden trotz düsterer Branchenperspektiven bei den Konkurrenten vorderhand keine Nachahmer. Kuoni bietet zwar laut Sprecher Peter Brun ebenfalls unbezahlten Urlaub an, jedoch nur punktuell und schon seit mehreren Jahren. Und Entscheide über die Fortführung des Sponsoring des Zurich Film Festivals stünden erst im Laufe von 2012 an. Kuoni hatte in der Schweiz das erste Halbjahr 2011 mit einem Minus von 17,6 Millionen Franken (Betriebsgewinn) geschlossen.

Bei Hotelplan sieht man laut sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir derzeit keinen Grund, Mitarbeitende in unbezahlten Urlaub zu schicken. Auch sei nicht geplant, die aktuellen Marketing-Aktivitäten zu kürzen. Hotelplan Suisse verzeichnete für 2009/10 ein Betriebsergebnis von 6,7 Millionen Franken.

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