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Tumulte bei Maradonas Totenwache «Wir kamen her um Diego die Ehre zu erweisen, nicht um verprügelt zu werden»

Grosses Chaos in Buenos Aires: Als trauernde Fans nicht mehr zum Sarg von Diego Maradona dürfen, eskaliert die Situation. Die Polizei setzt Tränengas ein, es gibt Verletzte.

von
Karin Leuthold
Sven Forster

Darum gehts

  • Bei der Totenwache für den am Mittwoch gestorbenen Diego Maradona kommt es zu schweren Ausschreitungen.

  • Als der Zugang zum Sarg der Fussball-Legende blockiert wurde, attackierten Fans die Polizei.

  • Diese antwortete mit Tränengas und Wasserwerfern.

In Buenos Aires kam es bei der Totenwache für die argentinische Fussballlegende Diego Maradona zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fans und der Polizei. Die Beamten schossen mit Gummischrott in die Luft und setzen auch Wasserwerfer und Tränengas ein. Zu den Ausschreitungen kam es, weil Hunderte Fans nicht mehr zum Sarg von Maradona vorgelassen wurden.

Wie viele Personen bislang verletzt wurden, ist noch unklar. Eine 20 Minuten Reporterin berichtet von turbulenten Szenen in der Innenstadt. Die 25-jährige Catalina sagt zu 20 Minuten: «Ich kam heute hierher, weil ich Diego verabschieden wollte und es ist nicht fair, dass wir so behandelt werden.»

Dasselbe meint der 17-Jährige Lucas. «Wir sind hierhergekommen, weil wir Fans von Diego sind. Er machte uns zu Weltmeistern.» Der 17-Jährige weiter: «Die Leute kamen hierher um ihm die letzte Ehre zu erweisen, nicht um von der Polizei verprügelt zu werden. Jetzt gibt es blutüberströmte Personen. Wir machen zwei Schritte und schon kommt die Polizei auf uns los.»

Es gibt jedoch auch friedliche Szenen in Buenos Aires. Die Leute spielen Fussball auf der Strasse und singen «Diego, verlasse uns nicht, verlass uns nicht.»

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Die Polizei in Buenos Aires ist mit Waffen vor Ort. 

Die Polizei in Buenos Aires ist mit Waffen vor Ort.

REUTERS
Vor der Totenwache für die argentinische Fussballlegende Diego Maradona ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fans und der Polizei gekommen.

Vor der Totenwache für die argentinische Fussballlegende Diego Maradona ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fans und der Polizei gekommen.

Getty Images
Die Beamten schlossen am Donnerstag die Schlange der Trauergäste, die Maradona im Regierungspalast die letzte Ehre erweisen wollten.

Die Beamten schlossen am Donnerstag die Schlange der Trauergäste, die Maradona im Regierungspalast die letzte Ehre erweisen wollten.

REUTERS

Diego Maradona war am Mittwoch im Alter von 60 Jahren gestorben, sein Sarg wurde in der Casa Rosada im historischen Zentrum von Buenos Aires aufgebahrt. Seit den frühen Morgenstunden verabschiedeten sich Tausende seiner Anhänger. Am Donnerstagabend soll Maradona auf einem privaten Friedhof in einem Vorort von Buenos Aires beigesetzt werden.

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