Dramatisches Ende: Tumulte, vier rote Karten und ein Elfmeter
Aktualisiert

Dramatisches EndeTumulte, vier rote Karten und ein Elfmeter

Rangeleien, rote Karten im Akkord, ein strittiges Tor, ein Last-Second-Penalty - und alles in den letzten zehn Minuten. Ligue-1-Leader Montpellier drohen kurz vor Schluss die Nerven zu versagen.

von
fox

Die Rangelei in der Schlussphase. (Quelle: YouTube/<a href="http://www.youtube.com/watch?v=-2ssjfU0dsc" target="_blank">TheAbdelY</a>)

Montpelliers Souleymane Camara steht nur da und rührt sich nicht. Der Ball liegt schon eine gefühlte Ewigkeit auf dem Penaltypunkt, der gegnerische Keeper Stephan Andersen wartet auf der Fünfmeterlinie. Die Partie zwischen Leader Montpellier und Evian steht 2:2, längst läuft die Nachspielzeit. Doch beide starren nur Richtung Trainerbank. Dort geht es heftig zu und her: Tumulte, Rangeleien und Wortgefechte liefern sich ihre Teamkollegen.

Was war geschehen? Montpellier träumt vom französischen Meistertitel. Doch im heimischen La Mosson liegt das Team bis zur 84. Minute gegen Evian mit 1:2 zurück. Montpellier drückt und rennt an. Dann die Erlösung: Topskorer Olivier Giroud trifft auf Pass von Souleymane Camara zum 2:2. Der Treffer hätte wegen Abseits nicht zählen dürfen, aber jetzt hofft der Leader gar auf drei Punkte.

Die Schlussphase wird immer hektischer. Auch Evian erzielt ein Tor aus einer Abseitsposition. Dieses Mal pfeift Schiedsrichter Olivier Thual (92.). Die Spannung ist kaum mehr auszuhalten, als in der 93. Minute Remy Cabella im Strafraum gelegt wird – Elfmeter für Montpellier. Jetzt brennen bei einigen Spielern die Sicherungen durch.

«Ich hoffe, dass wir das nicht bereuen»

Während Camara den Ball setzt, gehen sich abseits des Spielgeschehens Younes Belhanda (Montpellier) und Cedric Mongongu (Evian) an die Gurgel. Sofort stürmen Mitspieler, Ersatzleute und Trainerstaff auf die beiden los. Es kommt zur Rudelbildung, zu Tumulten. Einzig Elfmeterschütze Camara und Torhüter Andersen sowie ein Verteidiger stehen wie angewurzelt im Strafraum und beobachten aus der Ferne. Es müssen die längsten Minuten für Schütze Camara sein (Video unten).

Im Getummel sehen auch noch Evians Saber Khelifa und Montpelliers Gregory Lacombe die Rote Karte. Es läuft die 99. Minute, als Camara endlich seinen Penalty treten kann. Mit dem 3:2 wäre Montpellier drei Runden vor Schluss praktisch Meister. Aber Camara versagen die Nerven – Andersen hält. Nach der Partie wird der Senegalese sagen: «Ich möchte mich bei meinen Teamkollegen entschuldigen. Ich habe mich gut gefühlt, aber schlecht geschossen.» Teamkollege Giroud meint: «Ich hoffe, dass wir das nicht bereuen.» Heute Abend spielt Verfolger PSG gegen St-Etienne. Siegen die Superreichen, verkürzen sie den Rückstand auf Montpellier auf drei Zähler.

Souleymane Camaras Warten auf die Ausführung des Elfmeters. (sehr verwackeltes Video, Quelle: YouTube/xMa3sTrOzZ)

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