Singen (D): Tuner wollen Verbot an Ostern umgehen
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Singen (D)Tuner wollen Verbot an Ostern umgehen

Dutzende Tuner aus der Schweiz fahren regelmässig nach Singen (D). Jetzt hat die Stadt das Tuner-Treffen über Ostern verboten – zum Ärger der Szene.

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gts/sda
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Die Stadt Singen verbietet vom 13. April bis zum 16. April Ansammlungen...

Die Stadt Singen verbietet vom 13. April bis zum 16. April Ansammlungen...

Facebook/ Tuning Messe Singen
... von mehr als fünf getunten Fahrzeugen.

... von mehr als fünf getunten Fahrzeugen.

Facebook/ Tuning Messe Singen
Das gelte sowohl für öffentliche als auch für private Flächen im gesamten Stadtgebiet.

Das gelte sowohl für öffentliche als auch für private Flächen im gesamten Stadtgebiet.

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Vom 13. April bis zum 16. April sind in Singen Ansammlungen von mehr als fünf getunten Fahrzeugen verboten. Das hat Achim Aickoff, Sprecher der Stadt Singen diese Woche bekannt gegeben. Das Verbot gelte sowohl für öffentliche als auch für private Flächen im ganzen Stadtgebiet.

Die Tuning-Szene sorgt in der Stadt im Süden Baden-Württembergs schon seit langem für Ärger. Am OBI-Kreisel im Industriegebiet treffen sich vor allem an Wochenenden Hunderte Autofans, viele von ihnen aus der Ostschweiz. Die Folgen: Müll auf den Parkplätzen, Lärmbelästigung und immer wieder auch Sachbeschädigungen. In den vergangenen Jahren hatten sich laut Stadt die Beschwerden massiv gehäuft.

Viele auch aus der Schweiz

Im Winter sei es ruhiger gewesen, sagte Aickoff. Inzwischen treffe sich die Szene aber wieder je nach Wetterlage. Um in den kommenden Monaten gerüstet zu sein, gelte jeweils freitags eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30 dort, wo sich die Autoschrauber oft versammeln. «Dadurch kann die Polizei die Übeltäter besser ahnden und es beruhigt den Verkehr», so Aickoff. Ausserdem gebe es für die Rasser weniger Gründe zu kommen, wenn sie mit ihren Autos nur langsam fahren dürfen.

«Wir verfolgen nach wie vor eine Null-Toleranz-Politik», so Aickoff. «Wir möchten diese Art der Rowdys, die mit ihren Autos Rennen veranstalten, in der Stadt nicht haben.»

Pauschalisierung

Ein Tuner aus der Schweiz, der lieber anonym bleiben möchte, hat bedingtes Verständnis für die Regelung. «Es ist klar, dass Anwohner der Motorenlärm stört, aber so sind nicht alle Tuner», so der 22-Jährige. Grundsätzlich unterscheide man zwischen zwei Arten von Tunern: Jene die mit ihrem Auto angeben wollen mit Motorlärm, Drifts oder Rennen und jene, die sich einfach nur treffen wollen um über Autos zu reden.

«Wenn es uns überall verboten wird, kommen wir uns vor wie Schwerverbrecher», so der Tuner. Auch so hätte die Szene schon genug Probleme. «Alles an meinen Autos ist legal und eingetragen und trotzdem gibt es Polizisten, die Fehler finden wollen.» So habe er einmal mit Polizisten über einen Sticker an seiner Frontscheibe diskutieren müssen, obwohl es dazu nicht einmal eine gesetzliche Grundlage gebe. «Uns Tunern wurde von Anfang an ein schlechtes Image verpasst.»

Auch auf Facebook machen die Tuner ihrem Ärger Luft: «Gibt ja genug Affen da draussen, wo sie sich mal drum kümmern sollen.» Und bereits werden Möglichkeiten geprüft, wie das städtische Verbot an Ostern umgangen werden könnte: «Einfach in Vierergruppen treffen», lautet der häufigste Vorschlag.

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