Aktualisiert 11.02.2011 09:08

Vor Gouverneurssitz

Tunesierin zündet sich selbst an

Eine Frau schwebt in Lebensgefahr, nachdem sie sich in Monastir in Brand gesetzt hat. Sie konnte sich die Krebs-Medikamente für ihren Mann nicht leisten.

In Tunesien hat sich erneut ein Mensch in einer Protestaktion selbst in Brand gesetzt. Eine Frau zündete sich am Donnerstag vor dem Gouverneurssitz in der Stadt Monastir selbst an, wie die staatliche Nachrichtenagentur TAP berichtete.

Die Frau aus Sfax, der zweitgrössten Stadt Tunesiens, habe Verbrennungen dritten Grades erlitten und schwebe in Lebensgefahr, berichtete die Agentur unter Berufung auf Mediziner. Nach Angaben ihrer Schwester hatte die Frau Probleme, Medikamente für ihren krebskranken Mann zu bekommen.

Sturz wegen Selbstverbrennung

Die Unruhen in Tunesien, die Mitte Januar zum Sturz von Präsident Zine El Abidine Ben Ali geführt hatten, waren am 17. Dezember durch die Selbstverbrennung eines jungen Tunesiers ausgelöst worden.

Der arbeitslose Akademiker Mohamed Bouazizi zündete sich in der Stadt Sidi Bouzid selbst an, nachdem ihn die Polizei daran gehindert hatte, Gemüse und Obst für seinen Lebensunterhalt zu verkaufen.

Der Mann, der später seinen Verletzungen erlag, löste damit wochenlange Proteste gegen Arbeitslosigkeit, Korruption und politische Unterdrückung aus. In mehreren arabischen Ländern löste die Revolte in Tunesien ebenfalls regierungskritische Proteste aus.

(sda)

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