Tunnel-Katastrophe: Opfer identifiziert
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Tunnel-Katastrophe: Opfer identifiziert

Das Inferno im Viamala-Tunnel hat noch mehr Opfer gefordert. Am Montag erlag ein Mann seinen Verletzungen. Bei Sechs der neun Opfer handelt es sich wahrscheinlich um Deutsche.

Bei zwei der neun Toten der Brandkatastrophe im Viamala-Tunnel handelt es sich vermutlich um Deutsche aus Bayern. Das bayerische LKA gab bekannt, dass ein 90-jähriger Kaufbeurer unter den Toten sei. Er sei alleine mit einem Mercedes der A-Klasse unterwegs gewesen.

Ausserdem sei ein 52-jähriger Lastwagenfahrer aus der Umgebung von Waldkraiburg bei dem Unfall schwer verletzt worden. Er war mit einem Sattelschlepper unterwegs gewesen. Ein Schwerverletzter Mann ist am Montag seinen Verletzungen erlegen. Da laut der Kantonspolizei Graubünden nur ein Mann schwer verletzt worden war, muss davon ausgegangen werden, dass es sich um den Bayern handelt. Dieser hatte sich nach dem Unfall vom Samstag im Viamala-Tunnel vors Südportal geschleppt und wurde schwer verletzt von den Rettungskräften geborgen und per Helikopter ins Spital gebracht.

Mit dem grausigen Fund vom Morgen - in einem Wrack befanden sich 4, nicht wie angenommen zwei Passagiere - hat sich die Zahl der Todesopfer von sechs auf neun erhöht. Dass die beiden Leichen in dem vollständig ausgebrannten Wrack erst jetzt entdeckt wurden, ist durch die ungeheure Brandhitze und das fast vollständige Verbrennen der Leichname zu erklären. Auch dieses Fahrzeug trug ein deutsches Nummernschild. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich bei insgesamt sechs der Opfer um Deutsche handelt.

Kurz nach 13.00 Uhr am Samstag kam es in dem 742 Meter langen einröhrigen Tunnel bei Zillis zur fatalen Kollision. Ein Reisebus mit einer Eishockey-Mannschaft aus Bellinzona, der in Richtung Norden zu einem Spiel in die Ostschweiz unterwegs war, stiess vermutlich nacheinander frontal mit zwei entgegenkommenden Personenwagen zusammen. Ein Augenzeuge im Bus hält es für möglich, dass einer der beiden Personenwagen ein Rad verloren hatte.

Sicher ist, dass die Unfallfahrzeuge rasch in Flammen aufgingen und dass es zu Explosionen kam. Den mehr als 70 Feuerwehrleuten, die von beiden Seiten mit Atemschutz zum Brandherd vordrangen, bot sich ein Bild der Verwüstung. Drei verkohlte Leichen lagen auf der Fahrbahn. Zwei Tote wurden bald in einem der Unfallfahrzeuge gefunden. Zwei weitere sind offenbar erst heute entdeckt worden.

(SDA/voi/ast)

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