Turm auf der Schatzalp rückt näher
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Turm auf der Schatzalp rückt näher

Der Bau eines Hotel- und Wohnturmes der Architekten Herzog und de Meuron auf der Schatzalp oberhalb von Davos hat Unterstützung durch die Bündner Regierung erhalten.

Sie hat die Nutzungsplanung genehmigt und zwei Beschwerden abgewiesen.

Das Davoser Stimmvolk hatte im Oktober 2004 eine Ortsplanungsrevision gutgeheissen. Damit wurden die planerischen Vorgaben für den Bau eines 105 Meter hohen Hochhauses geschaffen.

Die Davos Klosters Bergbahnen AG rügte die Ungleichbehandlung der Bergbahnen, weil die Gemeinde keinen Erschliessungsperimeter vorgeschrieben hatte. Bedenken grundsätzlicher Art äusserte die Stiftung für Landschaftsschutz (SL).

Sie argumentierte, die raumplanerischen Voraussetzungen für Zonenplanänderung seien nicht erfüllt. Der Turm auf 1864 Metern Höhe der Basler Architekten passe nicht in die hochalpine Landschaft.

Zeichen für Aufschwung

Die Kantonsregierung sieht das nicht so: Letztlich ausschlaggebend für ihr Ja sei die hochstehende gestalterische und architektonische Qualität des Projekts gewesen, sagte Volkswirtshaftsdirektor Hansjörg Trachsel an einer Medienorientierung am Mittwoch in Chur.

Den Einwand der SL, mit dem Bau des Turmes werde ein gefährliches Präjudiz für ähnliche Bauvorhaben geschaffen, relativiert die Bündner Regierung. Die Schatzalp, mit der Standseilbahn in vier Minuten zu erreichen, gehöre funktional klar zur Stadtstruktur des hochalpinen Tourismusortes.

Das Konzept verkörprere eine gelungene Verbindung zwischen Tradition und Moderne, sagte Trachsel. Er will den Turm als ein «Zeichen für Mut und wirtschaftlichen Aufschwung» verstanden wissen. Das Bauwerk könne zum touristischen Wahrzeichen werden.

Fünf Sechstel für Zweitwohnungen

Als weiteren Grund für die Genehmigung der Pläne nannte Trachsel die Absicht der Gemeinde und der Besitzer, mit dem Neubau auf der Schatzalp die Basis für die Erhaltung des bestehenden Berghotels aus der Zeit des Jugendstils zu legen.

Im Genehmigungsbeschluss der Regierung wird festgehalten, ein Sechstel der neu erstellten Flächen müssten als öffentliche Räume, also für Hotelzwecke, Restaurants oder Geschäfte zur Verfügung stehen. Für Zweitwohnungen lassen sich somit vier Fünftel des Turmes nutzen.

Der Entscheid der Regierung kann ans Verwaltungs- und danach ans Bundesgericht weiter gezogen werden. Ob die SL davon Gebrauch macht, wird der Stiftungsrat laut Geschäftsführer Raimund Rodewald im Zeitraum der Beschwerdefrist von 30 Tagen entscheiden.

Die SL vermisse den Willen der Regierung, das Zweitwohnungsproblem anzugehen und auf der Schatzalp eine höhere öffentliche Nutzung vorzuschreiben, bemängelt Rodewald. Auch sei unverständlich, dass die Gemeinde Davos bisher keine Kontingentierung des Baus von Zweitwohnungen vorgenommen habe.

(sda)

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